Above the Fold
Above the Fold bezeichnet den Teil einer Webseite, den Besucher sehen, ohne zu scrollen. Der Begriff stammt aus dem Zeitungsdruck, wo oberhalb des Falzes stand, was am Kiosk ins Auge fallen sollte. Im Web entscheidet dieser Bereich mit darüber, ob jemand weiterliest.
Kurz zusammengefasst:
- Der sichtbare Bereich hängt vom Gerät ab, eine feste Linie gibt es nicht.
- Besucher scrollen, aber nur, wenn der Einstieg es lohnend erscheinen lässt.
- Oben gehört hin: Was du anbietest, für wen, und was als Nächstes zu tun ist.
- Bilder in diesem Bereich sollten schnell und ohne verzögertes Laden kommen.
Wo der Fold liegt
Eine feste Pixelzahl gibt es nicht. Die Nielsen Norman Group weist darauf hin, dass der Fold je nach Gerät woanders liegt und eine responsive Seite deshalb mehrere davon hat. Auf dem Smartphone deines Kunden sieht derselbe Einstieg also anders aus als auf deinem Büromonitor. Prüfe ihn darum immer auf mehreren Geräten und vor allem mobil, gerade wenn deine Kundschaft unterwegs sucht. Ein großer Cookie-Banner oder ein hoher Header nimmt zusätzlich Platz weg.
Wie viel Aufmerksamkeit dieser Bereich bekommt
In einer 2018 veröffentlichten Eyetracking-Studie der Nielsen Norman Group mit 120 Teilnehmern entfielen rund 57 Prozent der Betrachtungszeit auf den Bereich oberhalb des Folds, 74 Prozent auf die ersten zwei Bildschirmhöhen. Gemessen wurde an einem Monitor mit 1920 × 1080 Pixeln. Für Smartphones lässt sich der Wert deshalb nicht einfach übertragen.
Die Studie zeigt beides: Menschen scrollen sehr wohl, schauen oben aber am längsten hin. Die verbreitete Regel, alles Wichtige müsse in den ersten Bildschirm gepresst werden, folgt daraus nicht. Der Einstieg muss nur überzeugend genug sein, damit sich das Weiterlesen lohnt.
Was oben hingehört
Für einen Betrieb sind das drei Antworten, die ein neuer Besucher in wenigen Augenblicken bekommen sollte:
- Was gibt es hier? Eine klare Aussage statt „Herzlich willkommen“.
- Bin ich hier richtig? Region, Zielgruppe oder Spezialgebiet nennen.
- Was mache ich als Nächstes? Ein sichtbarer CTA wie Anruf oder Anfrage.
Vertrauenssignale wie Social Proof können ebenfalls hier stehen, wenn genug Platz bleibt. Mehr Details gehören weiter nach unten. Wer oben alles unterbringen will, sorgt dafür, dass nichts mehr auffällt. Wie die übrigen Bausteine einer Startseite zusammenspielen, zeigt unsere Checkliste für Startseiten.
Was das für die Technik bedeutet
Der erste Bildschirm prägt auch die Ladezeit. Der Largest Contentful Paint, Teil der Core Web Vitals, misst, wann das größte sichtbare Element im Viewport gerendert ist. Gut sind laut Google 2,5 Sekunden oder weniger. Ist ein großes Titelbild das größte Element, bestimmt es diesen Wert.
Daraus folgt eine konkrete Regel: Bilder im ersten Bildschirm nicht per Lazy Loading nachladen, weil sie dadurch später erscheinen. Kaufmännisch ist das eine Frage der Wirtschaftlichkeit: Ein teures Titelbild, das lange lädt, kostet Eindruck in dem Moment, in dem Besucher sich orientieren. Bei einem Relaunch lohnt es sich, diesen Bereich mit einer erfahrenen Webdesign Agentur zuerst festzulegen.
Häufige Fragen
Muss der wichtigste Inhalt immer oben stehen?
Die Kernaussage ja, der ganze Inhalt nein. Besucher scrollen, wenn der Einstieg ihnen sagt, dass es sich lohnt. Lange Erklärungen dürfen also weiter unten folgen.
Gibt es eine feste Höhe in Pixeln?
Nein. Der Fold hängt von Gerät, Bildschirm und Browserfenster ab. Deshalb plant man nicht auf eine Zahl hin, sondern prüft die Seite auf typischen Geräten deiner Besucher.
Ist ein Slider im Kopfbereich sinnvoll?
Das hängt vom Inhalt ab, oft geht es einfacher. Wechselnde Bilder verteilen die Aufmerksamkeit auf mehrere Aussagen. Eine einzige klare Aussage ist meist leichter zu erfassen und einfacher zu pflegen.
Gehört das Kontaktformular nach oben?
Nicht unbedingt. Oben reicht oft ein Knopf, der zum Formular führt oder einen Anruf startet. Ein langes Formular braucht viel Platz und verdrängt die Aussage, die erst Vertrauen schafft.
Wie prüfe ich den Bereich selbst?
Öffne die Seite auf deinem Smartphone und auf einem Laptop, ohne zu scrollen. Frage dann jemanden, der den Betrieb nicht kennt, was hier angeboten wird und was er als Nächstes tun würde.
Was sieht ein neuer Besucher zuerst?
Schauen wir gemeinsam auf den ersten Bildschirm deiner Website, auf dem Smartphone und am Rechner.
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Über den Autor
Tim Ehling
Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.




