Linkbuilding

Erst innen aufräumen, dann außen werben

Wir sehen uns an, wie deine Seiten untereinander verlinkt sind, wo Autorität versickert und welche Verweise von außen realistisch zu holen sind.

Linkbuilding ist die planmäßige Arbeit daran, dass fremde Websites auf die eigene verweisen. Während der Backlink das Ergebnis beschreibt, meint Linkbuilding den Weg dorthin. Seriös betrieben besteht er zu großen Teilen aus Öffentlichkeitsarbeit und guten Inhalten — nicht aus dem Einkauf von Verweisen.

Kurz zusammengefasst:

  • Ziel sind freiwillig gesetzte Verweise aus einschlägigen Quellen.
  • Für kleine Unternehmen ist der lokale und branchennahe Weg der wirksamste.
  • Gekaufte Links ohne Kennzeichnung sind ein Risiko, kein Kanal.
  • Der unterschätzte Hebel liegt im eigenen Haus: die interne Verlinkung.
  • Erfolg misst sich in verweisenden Domains, nicht in der Zahl der Links.

Was tatsächlich funktioniert

Für die allermeisten Unternehmen — und besonders für lokal tätige — kommen die brauchbaren Links aus dem eigenen Umfeld. Der Reihe nach, nach Aufwand-Nutzen-Verhältnis:

  1. Bestehende Beziehungen. Lieferanten, Partner, Hersteller, Verbände, Netzwerke. Viele haben Referenz- oder Partnerseiten. Danach fragt fast niemand.
  2. Lokales Umfeld. Kammern, Vereine, Sponsoring, örtliche Presse, Veranstaltungskalender. Diese Links sind thematisch und regional passend — genau das, was zählt.
  3. Branchenverzeichnisse mit Substanz. Nicht die Massenkataloge, sondern die, die in der Branche tatsächlich genutzt werden.
  4. Eigene Inhalte, die zitierfähig sind. Eigene Zahlen, Auswertungen, Praxisberichte. Wer etwas veröffentlicht, das es sonst nicht gibt, wird verlinkt, ohne zu fragen.
  5. Fachbeiträge und Vorträge. Gastbeiträge in echten Fachmedien, Vorträge, Podcasts. Aufwendig, aber langlebig.
  6. Defekte Links melden. Wer auf einen toten Verweis in einem passenden Beitrag hinweist und einen eigenen Ersatz anbietet, hat eine hohe Trefferquote.

Punkt 1 und 2 werden regelmäßig übersehen, weil sie unspektakulär sind. Sie liefern in der Praxis die besten Ergebnisse pro aufgewendeter Stunde.

Der Hebel im eigenen Haus

Bevor externe Links Sinn ergeben, sollte die interne Verlinkung stimmen. Sie entscheidet, wie die vorhandene Autorität innerhalb der Website verteilt wird — und sie ist vollständig in eigener Hand.

Typische Versäumnisse: verwaiste Seiten, auf die nichts zeigt; wichtige Seiten, die nur aus dem Menü erreichbar sind; Blogartikel, die auf keine Leistungsseite verweisen. Wer das aufräumt, sieht oft schneller Wirkung als durch monatelanges Werben um externe Verweise. Genau dafür gibt es dieses Glossar: Jeder Begriff ist ein Ziel, auf das die Artikel verweisen können.

Was man sich sparen kann

  • Linkpakete jeder Art — „500 Backlinks für 99 Euro“ liefert Verweise, die ignoriert werden.
  • Massenverzeichnisse ohne redaktionelle Prüfung.
  • Kommentar- und Forenspam.
  • Tauschringe nach dem Muster „du mich, ich dich“ in großem Umfang.
  • Private Blognetzwerke — hohes Risiko, kurze Halbwertszeit.

Die einfache Prüffrage: Würde diese Seite auch dann auf mich verlinken, wenn es Suchmaschinen nicht gäbe? Lautet die Antwort nein, ist der Link wertlos oder riskant.

Bezahlte Verweise

Bezahlte Platzierungen sind nicht verboten — sie müssen nur gekennzeichnet werden, mit rel="sponsored". Dann übertragen sie kein Empfehlungssignal, bringen aber Reichweite und Besucher. Wer sie als Werbung plant und bewertet, macht nichts falsch. Wer sie als SEO-Maßnahme kauft und die Kennzeichnung weglässt, verstößt gegen die Richtlinien und gegen die Pflicht, Werbung erkennbar zu machen — siehe Abmahnung.

Messen

Die aussagekräftige Kennzahl ist die Zahl der verweisenden Domains, nicht die der Links. Fünfzig Verweise von einer einzigen Website sind eine Website. Nützlich sind außerdem der thematische Bezug der verlinkenden Seiten und die Frage, ob die Links auf Unterseiten zeigen oder nur auf die Startseite.

Was nicht als Ziel taugt: eine bestimmte Zahl pro Monat. Sobald eine Menge vorgegeben wird, entstehen genau die Links, die niemand zählen sollte.

Häufige Fragen

Wie fange ich mit Linkbuilding an?

Mit dem eigenen Umfeld: Partner, Lieferanten, Verbände, örtliche Organisationen. Diese Verweise sind thematisch passend, glaubwürdig und meist mit einer freundlichen Anfrage zu bekommen.

Wie lange dauert es, bis Linkbuilding wirkt?

Monate. Links müssen gefunden, bewertet und eingeordnet werden. Wer nach vier Wochen keine Veränderung sieht, hat nichts falsch gemacht.

Sind gekaufte Links verboten?

Nicht verboten, aber kennzeichnungspflichtig. Mit rel="sponsored" gelten sie als Werbung und übertragen kein Empfehlungssignal. Ohne Kennzeichnung verstoßen sie gegen die Richtlinien der Suchmaschinen und gegen das Wettbewerbsrecht.

Ist interne Verlinkung auch Linkbuilding?

Im engeren Sinn nein, praktisch ist sie oft der wirksamere Hebel — und der einzige, den du vollständig steuerst. Bevor externe Links gesucht werden, sollte die eigene Struktur stimmen.

Wie viele Links pro Monat sind normal?

Diese Frage führt in die falsche Richtung. Ein natürliches Profil wächst unregelmäßig. Sobald eine Zielmenge vorgegeben wird, entstehen künstliche Muster.

Bringt Linkbuilding etwas für KI-Suchmaschinen?

Indirekt. Dort zählen vor allem Erwähnungen im passenden Zusammenhang. Wer in Fachquellen genannt wird, erscheint eher in generierten Antworten — mit oder ohne Link.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

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