Wartungsvertrag

Ein Wartungsvertrag für eine Website regelt, wer sich regelmäßig um Aktualisierungen, Sicherungen, Sicherheit und Erreichbarkeit kümmert — in welchem Umfang, in welchem Rhythmus und mit welcher Reaktionszeit im Störungsfall. Bei WordPress ist er kein Zusatzangebot, sondern die Antwort auf eine bauartbedingte Eigenschaft: Das System besteht aus vielen Teilen, die laufend aktualisiert werden müssen.

Kurz zusammengefasst:

  • Regelt Umfang, Rhythmus und Reaktionszeit — der letzte Punkt ist der wichtigste.
  • Ohne Pflege veralten Kern, Theme und Erweiterungen — die häufigste Ursache für Befall.
  • Kernbestandteile: Updates, geprüfte Backups, Überwachung, Bericht.
  • Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup.
  • Was nicht enthalten ist, gehört genauso klar hinein wie das, was enthalten ist.

Warum WordPress Pflege braucht

Eine typische Installation besteht aus dem Kern, einem Theme und einem bis mehreren Dutzend Erweiterungen — von verschiedenen Anbietern, mit eigenen Veröffentlichungszyklen. Wird in einer verbreiteten Erweiterung eine Lücke bekannt, beginnen automatisierte Angriffe oft binnen Stunden.

Ohne regelmäßige Pflege entsteht damit eine Website, die technisch stillsteht, während sich ihre Umgebung weiterbewegt. Der Zustand fällt lange nicht auf — bis er auffällt.

Was hineingehört

LeistungWorauf zu achten ist
UpdatesKern, Theme, Erweiterungen — mit Prüfung nach dem Einspielen, nicht nur „automatisch aktiviert“
BackupsRhythmus, Aufbewahrungsdauer, Ablage außerhalb des Servers, regelmäßige Rückspielprobe
SicherheitÜberwachung auf Dateiänderungen, Anmeldeversuche, 2FA
ErreichbarkeitÜberwachung mit Benachrichtigung — nicht erst beim Kundenanruf
Reaktionszeitverbindlich, mit Erreichbarkeitszeiten. Der Punkt, der im Ernstfall zählt
Berichtnachvollziehbar, was getan wurde — sonst ist die Leistung unsichtbar

Die Zeile zu den Backups verdient Betonung: Sicherungen, die auf demselben Server liegen, sind bei einem Serverausfall oder einem Verschlüsselungsangriff mit weg. Und ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist ein unbewiesenes Versprechen.

Was oft fehlt — und teuer wird

Drei Punkte trennen einen brauchbaren Vertrag von einem, der im Ernstfall nichts hilft:

  1. Was passiert bei einem Hack? Ist die Bereinigung enthalten oder wird sie gesondert berechnet? Bei welchem Aufwand ist Schluss?
  2. Wer haftet, wenn ein Update etwas zerlegt? Und wird auf einer Testkopie vorher geprüft?
  3. Was gehört nicht dazu? Inhaltspflege, neue Funktionen, Designänderungen sind üblicherweise nicht enthalten — das sollte dastehen, damit es keinen Streit gibt.

Ein Vertrag, der nur „regelmäßige Updates“ verspricht, ohne Reaktionszeit und ohne Aussage zum Störungsfall, ist wenig wert.

Die Größenordnung

Der Preis richtet sich nach Umfang und Reaktionszeit, nicht nach der Seitenzahl. Wesentliche Treiber sind die Zahl der Erweiterungen, ob eine Testumgebung genutzt wird, wie schnell im Störungsfall reagiert wird und ob Inhaltspflege enthalten ist.

Zur Einordnung: Eine einzelne Bereinigung nach einem Befall kostet in der Regel ein Vielfaches dessen, was Wartung im Jahr kostet — von der Ausfallzeit und dem Vertrauensverlust abgesehen. Das ist keine Verkaufsrhetorik, sondern die Erfahrung aus jedem Fall, den wir übernommen haben.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Wartungsvertrag?

Nötig ist die Pflege, nicht der Vertrag. Wer Updates, Backups und Überwachung selbst zuverlässig erledigt, braucht keinen. Realistisch bleibt das im Alltag meist liegen — und genau dann ist eine feste Zuständigkeit sinnvoll.

Reichen automatische Updates nicht?

Sie helfen, ersetzen aber die Prüfung nicht. Ein Update kann etwas zerlegen, und automatische Aktualisierungen schlagen gelegentlich fehl, ohne dass es jemand merkt. Ohne Kontrolle nach dem Einspielen bleibt das unentdeckt.

Was kostet Wartung?

Das hängt von Umfang und Reaktionszeit ab. Entscheidend beim Vergleich ist nicht der Monatspreis, sondern was im Störungsfall geschieht und wie schnell reagiert wird.

Ist die Inhaltspflege enthalten?

Üblicherweise nicht. Wartung meint die technische Betreuung. Inhaltliche Änderungen werden meist gesondert vereinbart — was im Vertrag stehen sollte.

Was passiert bei einem Hack?

Das ist die wichtigste Frage vor Vertragsschluss. Manche Verträge decken die Bereinigung ab, andere berechnen sie gesondert. Beides ist vertretbar — es sollte nur vorher klar sein.

Wie oft sollte aktualisiert werden?

Sicherheitsrelevante Aktualisierungen zeitnah, alles Übrige in einem festen Rhythmus — meist monatlich, mit Prüfung danach. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Zahl.

Wartung, die man im Ernstfall merkt

Updates auf einer Testkopie, Backups außerhalb des Servers mit Rückspielprobe, feste Reaktionszeiten und ein Bericht, aus dem hervorgeht, was tatsächlich getan wurde.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

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