
WordPress Widgets: Definition, Typen & Anwendung
Widgets sind modulare, wiederverwendbare Funktionselemente in WordPress, die Inhalte oder Features in vordefinierte Bereiche einer Website einfügen – typischerweise in Seitenleisten, Footer oder Header. Sie ermöglichen es dir, ohne Programmierkenntnisse Elemente wie Suchfelder, Listen aktueller Beiträge, Kategorien oder benutzerdefinierte Inhalte zu platzieren.
Wichtig: Seit der Einführung des Block-Editors (Gutenberg) und Full Site Editing (FSE) in WordPress hat sich die Rolle von Widgets grundlegend verändert. In modernen Themes werden Widgets zunehmend durch Blöcke ersetzt.
Was sind Widgets in WordPress?
Widgets sind eigenständige Code-Komponenten, die spezifische Funktionen oder Inhalte in sogenannten „Widget-Bereichen“ (Widget Areas) anzeigen. Diese Bereiche sind vom Theme vordefinierte Zonen, in denen Widgets per Drag-and-Drop platziert werden können.
Klassische Beispiele für Widget-Bereiche:
- Primäre Seitenleiste (Sidebar)
- Sekundäre Seitenleiste
- Footer-Bereiche (oft 3-4 Spalten)
- Header-Bereiche (selten)
Du findest die Widget-Verwaltung in WordPress unter Design → Widgets (bei klassischen Themes) oder Design → Editor (bei Block-Themes mit FSE).
Standard-Widgets in WordPress
WordPress liefert von Haus aus eine Reihe nützlicher Standard-Widgets:
Inhalts-Widgets:
- Letzte Beiträge – Zeigt die neuesten Blogartikel
- Kategorien – Listet alle Beitragskategorien auf
- Schlagwörter-Wolke – Visualisiert Tags nach Häufigkeit
- Archiv – Gruppiert Beiträge nach Monaten/Jahren
- Letzte Kommentare – Zeigt aktuelle Diskussionen
Funktions-Widgets:
- Suche – Fügt ein Suchfeld ein
- Navigation/Menü – Zeigt ein WordPress-Menü an
- Kalender – Monatskalender mit veröffentlichten Beiträgen
- RSS-Feed – Bindet externe Feeds ein
Layout-Widgets:
- Text/HTML – Für benutzerdefinierten Code oder Text
- Bild – Fügt ein einzelnes Bild ein
- Medien & Text – Kombiniert Bild und Text
Widgets vs. Blöcke: Der große Wandel
Mit WordPress 5.8 (2021) begann der schrittweise Übergang vom klassischen Widget-System zum Block-basierten System. Das bedeutet konkret:
Klassisches Widget-System
- Widgets werden in der Widget-Verwaltung per Drag-and-Drop positioniert
- Jedes Widget hat eigene Einstellungsformulare
- Vorschau nur im Frontend sichtbar
- Funktioniert nur in vom Theme definierten Widget-Bereichen
Block-basiertes Widget-System (ab WP 5.8)
- Widget-Bereiche verwenden den Block-Editor
- Alle Gutenberg-Blöcke können als „Widgets“ genutzt werden
- Live-Vorschau während der Bearbeitung
- Einheitliche Bedienung wie im Seiten-Editor
Full Site Editing (FSE) – Die Zukunft
Bei modernen Block-Themes gibt es das klassische Widget-System nicht mehr. Stattdessen:
- Seitenleisten, Footer und Header werden komplett im Site-Editor bearbeitet
- Jede Position nutzt Blöcke statt Widgets
- Template-Parts ersetzen Widget-Bereiche
- Volle Kontrolle über alle Designelemente
Praxistipp: Wenn du ein älteres Theme nutzt, siehst du noch die klassische Widget-Verwaltung. Bei neueren Themes (besonders FSE-Themes wie Twenty Twenty-Three) arbeitest du ausschließlich mit Blöcken.
Widgets hinzufügen: Schritt-für-Schritt
Bei klassischen Themes:
- Gehe zu Design → Widgets
- Du siehst links verfügbare Widgets, rechts die Widget-Bereiche deines Themes
- Ziehe ein Widget per Drag-and-Drop in den gewünschten Bereich
- Konfiguriere das Widget (Titel, Einstellungen)
- Klicke auf „Speichern“
Alternative: Klicke im Widget-Bereich auf das Plus-Symbol, suche das gewünschte Widget und füge es hinzu.
Bei Block-Themes (FSE):
- Gehe zu Design → Editor
- Wähle das Template oder Template-Part (z.B. Footer)
- Füge Blöcke an der gewünschten Position ein
- Speichere das Template
Beliebte Widget-Plugins
Viele Plugins erweitern WordPress um zusätzliche Widgets:
SEO & Marketing:
- RankMath – SEO-Statistiken, Top-Inhalte
- MonsterInsights – Google Analytics Dashboard
- Mailchimp for WordPress – Newsletter-Anmeldeformulare
Social Media:
- Smash Balloon – Instagram-, Facebook-, Twitter-Feeds
- Social Icons Widget – Social-Media-Links
E-Commerce:
- WooCommerce – Produktfilter, Warenkorbstatus, Top-Produkte
Content & Funktionen:
- Elementor – Eigene Widget-Sammlung für den Page Builder
- WP Custom Widget – Erstelle eigene Widgets ohne Code
Eigene Widgets entwickeln
Für erfahrene Nutzer: Du kannst eigene Widgets programmieren, indem du die WordPress Widget API nutzt. Ein einfaches Widget besteht aus:
- Einer PHP-Klasse, die von
WP_Widgeterbt - Konstruktor-Methode für Basis-Informationen
form()-Methode für Backend-Einstellungenwidget()-Methode für Frontend-Ausgabeupdate()-Methode zum Speichern der Einstellungen
Registriert wird das Widget per register_widget() im widgets_init-Hook.
Hinweis: Für neue Projekte solltest du stattdessen eigene Gutenberg-Blöcke entwickeln, da diese zukunftssicherer sind.
Widget-Bereiche (Widget Areas) erstellen
Theme-Entwickler können eigene Widget-Bereiche definieren. Dies geschieht in der functions.php:
function meine_widget_bereiche() {
register_sidebar( array(
'name' => 'Meine Sidebar',
'id' => 'meine-sidebar',
'before_widget' => '<div class="widget">',
'after_widget' => '</div>',
'before_title' => '<h3>',
'after_title' => '</h3>',
) );
}
add_action( 'widgets_init', 'meine_widget_bereiche' );Im Theme-Template rufst du den Bereich dann so auf:
<?php dynamic_sidebar( 'meine-sidebar' ); ?>Häufige Probleme und Lösungen
Problem: Widgets verschwinden nach Theme-Wechsel
- Ursache: Neues Theme nutzt andere Widget-Bereich-IDs
- Lösung: Notiere Widget-Einstellungen vorher oder nutze Plugins wie „Widget Importer & Exporter“
Problem: Widgets werden nicht angezeigt
- Prüfe, ob dein Theme den Widget-Bereich im Template aufruft
- Kontrolliere, ob das Theme FSE nutzt (dann keine klassischen Widgets)
- Cache leeren (Browser + WordPress-Cache-Plugin)
Problem: Widget-Bereich ist zu schmal
- CSS-Anpassung erforderlich: Prüfe die Theme-Styles
- Nutze responsive Widgets oder passe Inhalte an
Best Practices für Widget-Nutzung
Performance:
- Verwende nicht zu viele Widgets pro Seite (max. 3-5 pro Bereich)
- Vermeide Widgets mit externen API-Aufrufen in der Sidebar (langsam)
- Nutze Caching für dynamische Widgets
SEO:
- Zu viele Links in der Sidebar können die interne Link-Struktur verwässern
- Wichtige Inhalte gehören in den Content-Bereich, nicht in Widgets
- Nutze aussagekräftige Widget-Titel (H2/H3)
UX (User Experience):
- Halte Widgets relevant für die Seite
- Vermeide ablenkende Animationen
- Mobile First: Prüfe, ob Widgets auf Smartphones sinnvoll sind
Barrierefreiheit:
- Widget-Titel sollten semantische Überschriften sein
- Achte auf ausreichende Kontraste
- Stelle sicher, dass Widgets per Tastatur bedienbar sind
Alternativen zu Widgets
Für moderne WordPress-Websites:
- Gutenberg-Blöcke – Flexibler, visueller, zukunftssicher
- Shortcodes – Für wiederkehrende Inhalte im Content-Bereich
- Template-Parts – Bei FSE-Themes für Header/Footer-Bereiche
- Page Builder – Elementor, Beaver Builder etc. haben eigene Widget-Systeme
Widgets und Full Site Editing
Die WordPress-Entwicklung geht klar in Richtung Full Site Editing. Das bedeutet:
Was bleibt:
- Das Konzept, Inhalte in wiederverwendbare Module zu packen
- Die Idee von seitenweiten Elementen (früher Widgets, jetzt Template-Parts)
Was sich ändert:
- Die Technologie dahinter (Blöcke statt Widget-API)
- Die Benutzeroberfläche (Site-Editor statt Widget-Verwaltung)
- Mehr Flexibilität und visuelle Kontrolle
Migration: Viele Themes bieten eine Übergangsphase. Klassische Widgets können oft noch genutzt werden, werden aber langfristig durch Blöcke ersetzt. WordPress konvertiert klassische Widgets beim Theme-Wechsel teilweise automatisch in Blöcke.
Fazit: Widgets in 2025 und darüber hinaus
Widgets waren über ein Jahrzehnt das Standardwerkzeug, um WordPress-Websites mit wiederkehrenden Elementen auszustatten. Mit dem Aufstieg des Block-Editors und Full Site Editing verschiebt sich der Fokus jedoch auf eine flexiblere, modernere Lösung.
Für Einsteiger: Wenn dein Theme noch klassische Widgets unterstützt, sind sie eine einfache Möglichkeit, Funktionen hinzuzufügen. Lerne aber parallel den Umgang mit Blöcken.
Für Fortgeschrittene: Setze auf Block-basierte Lösungen und FSE. Die Widget-API wird zwar weiter unterstützt, aber nicht weiterentwickelt.
Für Entwickler: Entwickle Gutenberg-Blöcke statt klassischer Widgets. Die Zukunft liegt in wiederverwendbaren Block-Patterns und Template-Parts.
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