XML-Sitemap
Viele URLs eingereicht, wenige indexiert?
Wir sehen nach, woran es liegt — widersprüchliche Signale, dünne Inhalte oder eine Struktur, die Suchmaschinen nicht durchdringen.
Eine XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Datei, die Suchmaschinen auflistet, welche URLs einer Website indexiert werden sollen — meist ergänzt um das Datum der letzten Änderung. Sie ist kein Rankingfaktor, sondern eine Hilfe beim Auffinden von Inhalten: Sie ersetzt keine funktionierende interne Verlinkung, sondern schließt deren Lücken.
Kurz zusammengefasst:
- Die Sitemap sagt: „Diese Seiten gibt es.“ Sie erzwingt keine Indexierung.
- Hinein gehören nur indexierbare URLs — kein
noindex, keine Weiterleitungen, keine Fehlerseiten. - Grenzen: 50.000 URLs oder 50 MB je Datei, sonst Index-Sitemap.
- WordPress liefert seit Version 5.5 eine eigene Sitemap; SEO-Plugins ersetzen sie meist.
- Eintragen in der Search Console und verlinken in der robots.txt.
Wofür sie gut ist — und wofür nicht
Eine Sitemap hilft dort, wo Suchmaschinen Inhalte über Links allein schlecht finden: bei sehr großen Websites, bei frisch veröffentlichten Seiten, bei Inhalten mit wenigen eingehenden Links und bei umfangreichen Medienbeständen.
Was sie nicht kann: Ranking beeinflussen, eine Indexierung erzwingen oder eine kaputte Seitenstruktur reparieren. Wenn eine Seite nur über die Sitemap erreichbar ist und sonst nirgends verlinkt, signalisiert das eher, dass sie unwichtig ist. Die Sitemap ist eine Ergänzung zur internen Verlinkung, kein Ersatz.
Was hineingehört
| Aufnehmen | Nicht aufnehmen |
|---|---|
| indexierbare Seiten mit Inhalt | Seiten mit noindex |
| die kanonische Fassung einer URL | Varianten, die per Canonical auf eine andere zeigen |
| Beiträge, Seiten, Kategorien mit Substanz | Weiterleitungen und Fehlerseiten |
| wichtige Bilder und Videos | per robots.txt gesperrte URLs |
| Suchergebnis- und Filterseiten, Warenkorb, Login |
Der häufigste Fehler ist die widersprüchliche Angabe: Eine URL steht in der Sitemap — und trägt gleichzeitig noindex oder verweist per Canonical woanders hin. Das ist kein Drama, aber es sendet gegensätzliche Signale und taucht in der Search Console als Beanstandung auf.
Aufbau
Eine Sitemap ist eine XML-Datei mit einem Eintrag je URL. Verpflichtend ist nur die Adresse selbst; ergänzend wird meist das Datum der letzten Änderung angegeben.
loc— die vollständige URL, absolut und in der kanonischen Schreibweiselastmod— Datum der letzten inhaltlichen Änderungchangefrequndpriority— werden von Google ignoriert und können entfallen
Bei lastmod lohnt Sorgfalt: Das Datum sollte sich nur ändern, wenn sich der Inhalt geändert hat. Wer es bei jedem Cache-Lauf aktualisiert, entwertet das Signal.
Grenzen und Aufteilung
Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 URLs enthalten und 50 MB groß sein (unkomprimiert). Größere Websites teilen auf und bündeln die Teildateien in einer Sitemap-Index-Datei — einer Sitemap, die auf Sitemaps verweist.
Das ist ohnehin die praktischere Variante: Getrennte Dateien nach Inhaltstyp — Seiten, Beiträge, Glossar, Bilder — machen in der Search Console sofort sichtbar, welcher Bereich Probleme hat.
Einreichen und verlinken
- In der robots.txt verlinken, mit einer Zeile
Sitemap: https://…/sitemap.xml. So finden sie alle Suchmaschinen. - In der Google Search Console einreichen. Nur dort siehst du, wie viele der eingereichten URLs tatsächlich indexiert wurden — die eigentlich interessante Zahl.
Die Differenz zwischen „eingereicht“ und „indexiert“ ist eine der nützlichsten Kennzahlen überhaupt. Klafft sie weit auseinander, liegt das selten an der Sitemap und fast immer am Inhalt oder an widersprüchlichen technischen Signalen.
In WordPress
WordPress erzeugt seit Version 5.5 eine eigene Sitemap unter /wp-sitemap.xml. Sie ist funktional, aber grob: Sie kennt die Feinheiten nicht, die SEO-Plugins abbilden.
Sobald ein SEO-Plugin aktiv ist, übernimmt dieses in der Regel und liefert die Sitemap unter einer eigenen Adresse. Zwei Punkte sind dann wichtig: Es sollte nur eine Sitemap aktiv sein, und in der Search Console sollte auch nur diese eingereicht sein. Zwei konkurrierende Sitemaps mit unterschiedlichem Inhalt sind eine der leichter vermeidbaren Fehlerquellen.
Häufige Fragen
Ist eine XML-Sitemap ein Rankingfaktor?
Nein. Sie hilft beim Auffinden von URLs, beeinflusst aber die Bewertung nicht. Eine Seite rankt nicht besser, weil sie in der Sitemap steht.
Werden alle URLs aus der Sitemap indexiert?
Nein. Die Sitemap ist ein Vorschlag, keine Anweisung. Ob eine Seite aufgenommen wird, entscheidet die Suchmaschine anhand von Qualität, Eindeutigkeit und Erreichbarkeit. Die Differenz zwischen eingereichten und indexierten URLs siehst du in der Search Console.
Brauche ich eine Sitemap bei einer kleinen Website?
Zwingend nicht — bei wenigen, gut verlinkten Seiten findet die Suchmaschine alles über die Navigation. Schaden tut sie nicht, und der Bericht in der Search Console ist auch bei kleinen Seiten nützlich.
Wie oft muss ich die Sitemap aktualisieren?
Gar nicht von Hand. WordPress und die gängigen SEO-Plugins erzeugen sie dynamisch und nehmen neue Inhalte automatisch auf. Nur bei statisch erzeugten Dateien ist ein Aktualisierungslauf nötig.
Was ist eine Sitemap-Index-Datei?
Eine Sitemap, die auf weitere Sitemaps verweist. Sie wird nötig, wenn eine Datei die Grenze von 50.000 URLs oder 50 MB überschreitet — und ist auch darunter sinnvoll, weil sie die Auswertung nach Inhaltstyp erlaubt.
Gehören Seiten mit noindex in die Sitemap?
Nein. Das ist ein Widerspruch: Die Sitemap sagt „bitte indexieren“, die Anweisung auf der Seite sagt das Gegenteil. Solche URLs gehören heraus.
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Über den Autor
Tim Ehling
Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.




