Isometrische 3D-Illustration, die das Konzept der WordPress-Blöcke visualisiert. In der Mitte schwebt eine halbfertige Webseite. Bunte, dreidimensionale Bausteine, die verschiedene Inhaltstypen repräsentieren (ein blauer Block mit Textzeilen, ein grüner Block mit einem Bild-Icon, ein roter Block mit einem Video-Play-Button), schweben darüber und werden wie Puzzleteile in das Layout eingefügt.

Blöcke in WordPress: Der ultimative Guide zum Block-Editor

Blöcke sind die grundlegenden Bausteine des modernen WordPress-Editors (Gutenberg). Jeder Block repräsentiert ein eigenständiges Inhaltselement – von Text und Bildern über Videos bis hin zu komplexen Layouts. Das Block-System ersetzt den klassischen Editor und ermöglicht eine modulare, visuelle Gestaltung von Inhalten ohne HTML-Kenntnisse.

Was sind Blöcke in WordPress?

Seit WordPress 5.0 (Dezember 2018) arbeitet das CMS standardmäßig mit dem Block-Editor, auch bekannt als Gutenberg. Im Gegensatz zum früheren Classic Editor, der mit einem einzigen großen Textfeld arbeitete, besteht eine WordPress-Seite oder ein Beitrag nun aus einzelnen, unabhängigen Blöcken.

Jeder Block hat eine spezifische Funktion:

  • Absatz-Block: Für Fließtext mit Formatierungsoptionen
  • Überschriften-Block: H2, H3, H4 etc. mit SEO-Relevanz
  • Bild-Block: Für einzelne Bilder mit Alt-Text und Caption
  • Galerie-Block: Für Bildsammlungen
  • Einbettungs-Blöcke: YouTube, Vimeo, Twitter, Instagram etc.
  • Layout-Blöcke: Spalten, Gruppen, Zeilen für komplexe Designs

Das Block-Prinzip bringt zwei zentrale Vorteile: Flexibilität (jeder Block kann unabhängig bewegt, kopiert oder gelöscht werden) und Konsistenz (Blöcke folgen Design-Vorgaben des Themes).

Block-Typen: Die wichtigsten Kategorien

WordPress unterscheidet verschiedene Block-Kategorien, die im Block-Inserter (das „+“-Symbol im Editor) organisiert sind:

Core Blocks (WordPress-Standardblöcke)

Diese Blöcke sind in jeder WordPress-Installation verfügbar:

Text-Blöcke:

  • Absatz, Überschrift, Liste, Zitat, Code
  • Pullquote (großes Zitat), Vorformatiert, Vers

Medien-Blöcke:

  • Bild, Galerie, Audio, Video, Datei
  • Cover-Block (Bild/Video mit Text-Overlay)

Design-Blöcke:

  • Spalten, Gruppe, Zeile, Stack
  • Buttons, Abstandhalter, Separator, More-Tag

Widgets:

  • Archiv, Kalender, Kategorien, neueste Beiträge
  • RSS, Schlagwort-Cloud, Suche, Social Icons

Theme-Blöcke:

  • Header, Footer, Navigationsmenü (ab WordPress 5.9)
  • Post-Template, Query Loop für dynamische Inhalte

Plugin-Blöcke

Viele Plugins erweitern WordPress um eigene Blöcke:

  • WooCommerce: Produktblöcke, Warenkorb, Checkout
  • Kadence Blocks: Erweiterte Design- und Layout-Blöcke
  • GenerateBlocks: Leichtgewichtige Container-Blöcke
  • Ultimate Addons for Gutenberg: 60+ Marketing-Blöcke
  • Stackable: Page-Builder-ähnliche Blöcke für Gutenberg

Plugin-Blöcke sind meist an das Plugin gebunden – deaktivierst du das Plugin, verschwinden auch die Blöcke (der Inhalt bleibt, wird aber als „ungültiger Block“ angezeigt).

Wiederverwendbare Blöcke (Reusable Blocks)

Ein mächtiges Feature des Block-Editors: Du kannst jeden Block oder jede Block-Gruppe als „Wiederverwendbarer Block“ speichern. Änderungen an diesem Block wirken sich auf alle Stellen aus, wo er verwendet wird.

Typische Anwendungsfälle:

  • Call-to-Action-Boxen, die auf mehreren Seiten erscheinen
  • Autor-Biografien oder Team-Vorstellungen
  • Standard-Disclaimer oder rechtliche Hinweise
  • Produkt-Vergleichstabellen

Wiederverwendbare Blöcke funktionieren ähnlich wie Widgets, sind aber flexibler und können in beliebigen Beiträgen und Seiten eingebunden werden.

Block-Patterns (Block-Muster)

Block-Patterns sind vordefinierte Block-Kombinationen – quasi „Vorlagen“ für häufige Layout-Anforderungen. WordPress bringt bereits Standard-Patterns mit, viele Themes und Plugins erweitern diese Sammlung.

Beispiele für Block-Patterns:

  • Hero-Bereiche mit Hintergrundbild und CTA
  • Dreispaltige Feature-Bereiche
  • Testimonial-Slider
  • Preistabellen
  • Team-Member-Grids

Patterns sind keine wiederverwendbaren Blöcke – einmal eingefügt, sind sie eigenständige Blöcke, die unabhängig bearbeitet werden können.

Block-Editor vs. Classic Editor vs. Page Builder

Wenn du von älteren WordPress-Versionen oder Page Builders kommst, ist der Unterschied wichtig:

Classic Editor

  • Ein großes Textfeld (ähnlich wie Microsoft Word)
  • WYSIWYG-Editor mit Toolbar oben
  • HTML-Kenntnisse für komplexe Layouts nötig
  • Über Plugin weiterhin nutzbar, aber offiziell veraltet

Block-Editor (Gutenberg)

  • Modularer Aufbau mit einzelnen Blöcken
  • Jeder Block hat eigene Einstellungen (Sidebar rechts)
  • Drag & Drop für Umordnen
  • Native WordPress-Lösung, vollständig integriert

Page Builder (Elementor, Divi, Beaver Builder)

  • Visuelles Frontend-Editing (du siehst sofort das Ergebnis)
  • Proprietäre Shortcode-Strukturen
  • Meist mehr Design-Freiheit, aber Theme-Wechsel problematisch
  • Zusätzliche Performance-Last durch Plugin-Code

Empfehlung: Für neue Projekte ist der Block-Editor die beste Wahl. Er ist schneller, schlanker und erhält kontinuierliche Updates von WordPress. Page Builder sind sinnvoll, wenn du komplexe Marketing-Seiten ohne Code-Kenntnisse erstellen musst.

Blöcke in der Praxis: So arbeitest du effizient

Block hinzufügen

Es gibt drei Wege, einen neuen Block hinzuzufügen:

  1. „+“-Symbol klicken (oben links oder zwischen Blöcken)
  2. „/“ eingeben und Block-Namen tippen (z.B. /bild für Bild-Block)
  3. Enter-Taste am Ende eines Blocks → automatisch neuer Absatz-Block

Block-Einstellungen anpassen

Jeder Block hat zwei Einstellungsebenen:

Block-Toolbar (direkt über dem Block):

  • Schnellzugriff auf häufige Funktionen
  • Block-Typ ändern (Absatz → Überschrift)
  • Ausrichtung, Verlinkung, Formatierung

Block-Inspector (Sidebar rechts):

  • Erweiterte Einstellungen
  • Farben, Typografie, Abstände
  • Individuelle CSS-Klassen
  • Anker-Links für Navigation

Block duplizieren, verschieben, löschen

  • Duplizieren: Drei-Punkte-Menü → „Duplizieren“
  • Verschieben: Pfeiltasten oder Drag & Drop (Block-Handle links)
  • Löschen: Drei-Punkte-Menü → „Block entfernen“ oder Shift + Alt + Z

Block-Navigation für komplexe Seiten

Bei längeren Seiten mit vielen verschachtelten Blöcken wird die List View (Listenansicht) zum wichtigsten Werkzeug:

  • Öffnen mit: Shift + Alt + O (Windows) oder Ctrl + Option + O (Mac)
  • Zeigt hierarchische Struktur aller Blöcke
  • Ermöglicht schnelles Springen zwischen Blöcken
  • Drag & Drop zum Umstrukturieren

Full Site Editing (FSE): Blöcke für das gesamte Theme

Seit WordPress 5.9 gibt es Full Site Editing – die Erweiterung des Block-Editors auf das gesamte Theme-Design. Mit FSE-kompatiblen Themes (z.B. Twenty Twenty-Four) kannst du:

  • Header und Footer mit Blöcken gestalten
  • Template-Teile erstellen (z.B. für Blogpost-Layouts)
  • Navigation als Block verwalten
  • Global Styles zentral definieren

FSE macht Theme-Anpassungen ohne Code möglich und ersetzt das klassische functions.php-Editing für viele Anwendungsfälle.

Block-Entwicklung: Eigene Blöcke erstellen

Für Entwickler bietet WordPress zwei Ansätze zur Block-Entwicklung:

Statische Blöcke (JavaScript + React)

Die moderne Methode verwendet React und das @wordpress/create-block-Paket:

npx @wordpress/create-block mein-block

Dieser Befehl erstellt ein vollständiges Block-Plugin mit:

  • JavaScript-Dateien für Editor und Frontend
  • block.json für Block-Metadaten
  • Build-Prozess mit webpack

Vorteile: Schneller, moderner Code; vollständige Editor-Integration; Best Practices von WordPress.

Dynamische Blöcke (PHP-gerendert)

Für Blöcke mit serverseitigen Daten (z.B. neueste Beiträge mit spezifischen Taxonomien) nutzt du dynamische Blöcke:

register_block_type('mein-plugin/dynamischer-block', [
    'render_callback' => 'mein_block_render'
]);

function mein_block_render($attributes) {
    $query = new WP_Query([
        'post_type' => 'post',
        'posts_per_page' => $attributes['anzahl']
    ]);
    // Output-HTML generieren
    return $html;
}

Anwendungsfälle: Post-Queries, Formulare, Warenkorb-Logik, API-Integrationen.

Block-Patterns registrieren

Du kannst eigene Patterns programmatisch registrieren:

register_block_pattern('mein-theme/hero-section', [
    'title' => 'Hero Section mit CTA',
    'categories' => ['featured'],
    'content' => '<!-- wp:cover ... -->'
]);

Patterns sind eine hervorragende Möglichkeit, deinen Kunden wiederverwendbare Layouts zur Verfügung zu stellen, ohne ein separates Plugin zu entwickeln.

Block-Styles erweitern

WordPress erlaubt dir, alternative Stile für bestehende Blöcke zu registrieren:

register_block_style('core/button', [
    'name' => 'outline',
    'label' => 'Outlined Button',
]);

Der User kann dann im Editor zwischen verschiedenen Button-Styles wählen (z.B. „Filled“, „Outlined“, „Ghost“). Die CSS-Klasse .is-style-outline wird automatisch hinzugefügt.

Performance-Optimierung für den Block-Editor

Der Block-Editor lädt JavaScript im WordPress-Backend. Bei vielen Plugins mit eigenen Blöcken kann das Editor-Laden langsam werden:

Nur benötigte Block-Plugins aktivieren

Deaktiviere Block-Plugins, die du nicht nutzt. Tools wie Disable Gutenberg Blocks helfen, einzelne Blöcke zu deaktivieren, ohne das gesamte Plugin zu entfernen.

Asset Loading optimieren

Viele Block-Plugins laden CSS und JavaScript auch im Frontend. Prüfe mit Developer Tools, welche Dateien geladen werden, und nutze Plugins wie Asset CleanUp zur selektiven Deaktivierung.

Server-Side Rendering für dynamische Blöcke

Wenn du dynamische Blöcke entwickelst, rendere sie serverseitig statt per JavaScript. Das reduziert Frontend-Performance-Probleme.

Barrierefreiheit im Block-Editor

Der Block-Editor wurde mit WCAG-Standards entwickelt, aber deine Inhalte müssen trotzdem barrierefrei sein:

Checkliste für barrierefreie Blöcke:

  • Bilder: Immer aussagekräftige Alt-Texte verwenden
  • Überschriften: Hierarchie einhalten (H2 → H3 → H4, kein Springen)
  • Links: Beschreibende Linktexte („Mehr erfahren über WordPress“ statt „Hier klicken“)
  • Farben: Kontrastverhältnis mindestens 4.5:1 (prüfe mit Contrast Checker)
  • Videos: Untertitel und Transkripte bereitstellen

WordPress bietet eine Barrierefreiheits-Überprüfung im Editor (Sidebar → Dokument → Barrierefreiheit). Nutze diese Funktion vor dem Veröffentlichen.

Häufige Probleme & Lösungen

„Dieser Block enthält unerwarteten oder ungültigen Inhalt“

Ursache: Meist nach Plugin-Updates oder Theme-Wechsel. Der gespeicherte Block-Code stimmt nicht mit der aktuellen Block-Definition überein.

Lösung:

  • Auf „Als HTML bearbeiten“ klicken und manuell korrigieren
  • Block löschen und neu erstellen
  • Bei Plugin-Blöcken: Plugin-Entwickler kontaktieren

Classic Editor-Inhalte migrieren

Wenn du alte Seiten mit Classic Editor hast, wandelt WordPress diese automatisch in einen Classic Block um. Du kannst diesen Block in einzelne Blöcke konvertieren:

  1. Classic Block auswählen
  2. Drei-Punkte-Menü → „In Blöcke umwandeln“
  3. WordPress versucht automatische Konvertierung

Achtung: Komplexe Shortcodes und HTML-Strukturen können dabei Probleme bereiten. Erstelle vorher ein Backup!

Custom CSS für Blöcke

Du kannst jedem Block individuelle CSS-Klassen zuweisen:

  1. Block auswählen
  2. Sidebar → Erweitert → Zusätzliche CSS-Klasse(n)
  3. Eigene Klasse eingeben (z.B. mein-highlight)

Das CSS definierst du dann in style.css deines Child-Themes oder im Customizer unter „Zusätzliches CSS“.

Block-Editor deaktivieren (Classic Editor wiederherstellen)

Falls du den Classic Editor bevorzugst oder Legacy-Websites betreust:

  1. Plugin installieren: „Classic Editor“ von WordPress.org
  2. Aktivieren: Einstellungen → Schreiben → Standard-Editor auswählen
  3. Pro Beitragstyp: Du kannst für Posts den Classic Editor, für Seiten den Block-Editor aktivieren

Beachte: Der Classic Editor erhält nur noch Sicherheitsupdates. Langfristig solltest du auf den Block-Editor umsteigen.

Zukunft der Blöcke: Was kommt?

WordPress entwickelt den Block-Editor kontinuierlich weiter. Wichtige Entwicklungen:

Phase 3: Collaboration (Zusammenarbeit)

Geplant sind Echtzeit-Kollaboration (mehrere User bearbeiten gleichzeitig), Versionierung und Workflow-Management direkt im Editor.

Block Locking (Sperren)

Du kannst Blöcke für Redakteure sperren, um Template-Struktur zu schützen:

{
  "lock": {
    "move": true,
    "remove": true
  }
}

Nützlich für Agenturen, die Kunden einen Editor mit festen Layouts übergeben möchten.

Design-Tools im Editor

WordPress integriert zunehmend Design-Funktionen direkt in den Block-Editor: Typografie-Steuerung, Farbpaletten, Layout-Presets. Das reduziert die Abhängigkeit von Plugins wie Elementor.

Wann du Blöcke nutzen solltest

Blöcke sind ideal für:

  • Standard-Content-Seiten (Über uns, Leistungen, Blog)
  • Websites mit konsistentem Design
  • Projekte, bei denen Kunden selbst Inhalte pflegen
  • Performance-kritische Websites (schlanker als Page Builder)

Alternativen erwägen bei:

  • Hochkomplexen Landing Pages mit vielen Animations
  • Legacy-Projekten mit etabliertem Page Builder (Umstellung aufwendig)
  • Teams, die ausschließlich mit Classic Editor vertraut sind

Fazit: Blöcke sind die Zukunft von WordPress

Der Block-Editor ist kein Trend, sondern die Grundlage für die WordPress-Entwicklung der nächsten Jahre. Mit Full Site Editing, Block Patterns und Custom Blocks ermöglicht WordPress eine Flexibilität, die früher nur mit Page Builders möglich war – aber mit besserer Performance und nativer Integration.

Ob du Content-Autor, Theme-Entwickler oder Agentur-Dienstleister bist: Die Investition in Block-Editor-Know-how zahlt sich aus. Das System ist lernbar, erweiterbar und wird von der gesamten WordPress-Community getragen.

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Autor: Tim Ehling
Der Autor: Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

Schwerpunkte:
✔ Webentwicklung ✔ WordPress-Updateservice
✔ WordPress-Schulungen ✔ Social-Media-Checkups
✔ Suchmaschinenoptimierung (SEO) ✔ KI ✔ Generative Engine Optimization (GEO)

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