Sichtbarkeitsindex
Zahlen ja — aber was heißt das jetzt?
Wir ordnen Sichtbarkeitsverläufe gegen echte Klicks und Anfragen ein, statt eine Kurve für sich zu betrachten.
Der Sichtbarkeitsindex ist eine von SISTRIX berechnete Kennzahl, die angibt, wie präsent eine Domain in den organischen Google-Ergebnissen ist. Er beruht auf einem festen Satz beobachteter Suchbegriffe und gewichtet Positionen nach ihrer erwarteten Klickwahrscheinlichkeit sowie nach Suchvolumen. Er misst Präsenz, nicht Besucher — und ist damit ein Vergleichs-, kein Erfolgsmaß.
Kurz zusammengefasst:
- Herstellergebundene Kennzahl — vergleichbar nur mit sich selbst und mit Wettbewerbern im selben Werkzeug.
- Misst Präsenz in den Ergebnissen, nicht Klicks und schon gar nicht Umsatz.
- Wöchentlich erhoben, dadurch gut für Verläufe geeignet.
- Kleine, lokale Websites haben oft dauerhaft niedrige Werte — ohne dass etwas falsch läuft.
- Nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen Begriff Sichtbarkeit.
Wie er zustande kommt
Grundlage ist ein umfangreicher, über die Zeit stabiler Satz von Suchbegriffen. Für jeden wird wöchentlich erhoben, welche Domain auf welcher Position steht. Aus Position und Suchvolumen entsteht ein gewichteter Wert, der zum Index aufsummiert wird.
Zwei Eigenschaften folgen daraus. Erstens: Ein Treffer auf Position 1 zu einem häufig gesuchten Begriff wiegt sehr viel mehr als zehn Treffer auf Position 40 zu Nischenbegriffen. Zweitens: Weil der Begriffssatz stabil bleibt, sind Verläufe aussagekräftig — Veränderungen kommen von der Website, nicht von einer geänderten Messgrundlage.
Was er nicht sagt
Hier entstehen die meisten Fehlschlüsse:
- Er ist kein Besucherzähler. Der Index kann steigen, während die Besucherzahlen fallen — etwa wenn Positionen zu Begriffen gewonnen werden, bei denen die Frage direkt in den Ergebnissen beantwortet wird.
- Er misst keinen Umsatz. Sichtbarkeit zu Ratgeberbegriffen zahlt anders ein als Sichtbarkeit zu Kaufbegriffen.
- Er deckt nicht alles ab. Ein sehr spezielles oder rein lokales Angebot ist im Begriffssatz kaum vertreten. Ein niedriger Wert bedeutet dann nicht schlechte Arbeit, sondern nur, dass die passenden Begriffe nicht beobachtet werden.
- Er ist nicht herstellerübergreifend vergleichbar. Andere Anbieter rechnen anders; Werte lassen sich nicht ineinander umrechnen.
Wofür er taugt
Trotz dieser Einschränkungen ist er nützlich — wenn man ihn richtig einsetzt:
- Verlauf der eigenen Domain. Ein Einbruch nach einem Relaunch ist ein zuverlässiges Warnsignal, oft bevor es in den Besucherzahlen auffällt. Siehe 301-Weiterleitung.
- Wettbewerbsvergleich innerhalb derselben Datenbasis.
- Wirkung von Google-Updates — betrifft ein Einbruch nur dich oder die ganze Branche?
- Verhältnis zwischen dem Index und den tatsächlichen Besuchern. Läuft beides auseinander, lohnt ein genauer Blick.
Sinnvoll daneben
Der Index allein reicht nicht. Wer die Lage beurteilen will, braucht mindestens noch:
- die Google Search Console für tatsächliche Klicks, Anfragen und Klickraten,
- ein Analysewerkzeug für das, was nach dem Klick passiert,
- und die betriebliche Größe, um die es eigentlich geht: Anfragen, Anrufe, Abschlüsse.
Ein steigender Index bei gleichbleibenden Anfragen ist kein Erfolg. Ein sinkender Index bei steigenden Anfragen ist kein Problem.
Häufige Fragen
Was ist ein guter Sichtbarkeitsindex?
Es gibt keinen allgemeingültigen Wert. Große Portale erreichen Werte, die für ein lokales Unternehmen unerreichbar und auch nicht erstrebenswert sind. Aussagekräftig sind der eigene Verlauf und der Vergleich mit direkten Wettbewerbern.
Warum ist mein Index niedrig, obwohl ich Anfragen bekomme?
Weil der beobachtete Begriffssatz deine Nische kaum abdeckt. Wer über sehr spezielle oder rein lokale Begriffe gefunden wird, taucht dort wenig auf. Maßgeblich sind dann Search Console und tatsächliche Anfragen.
Ist der Sichtbarkeitsindex ein Rankingfaktor?
Nein. Er ist eine Messgröße eines Drittanbieters, die Google nicht kennt und nicht verwendet.
Wie oft wird er aktualisiert?
Wöchentlich. Dadurch sind Verläufe gut ablesbar, einzelne Wochenwerte aber wenig aussagekräftig.
Kann ich Werte verschiedener Anbieter vergleichen?
Nein. Jeder Anbieter nutzt eigene Begriffssätze und Gewichtungen. Vergleichbar sind nur Werte innerhalb desselben Werkzeugs.
Was tun bei einem plötzlichen Einbruch?
Zuerst prüfen, ob technisch etwas passiert ist — Weiterleitungen, noindex, Serverfehler, ein Relaunch. Dann, ob auch Wettbewerber betroffen sind; dann liegt es vermutlich an einem Update. Und immer gegen die Search Console gegenprüfen, ob die Klicks tatsächlich mitgefallen sind.
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Über den Autor
Tim Ehling
Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.





