Umzug ohne Ausfall

Wir nehmen die bestehenden Einträge vollständig auf, planen die Umstellung samt E-Mail und senken die TTL rechtzeitig — damit der Wechsel in Minuten statt Tagen greift.

DNS (Domain Name System) ist das Verzeichnis des Internets: Es übersetzt Domainnamen wie die-mainagentur.de in die IP-Adressen, unter denen Server tatsächlich erreichbar sind. Ohne DNS müsste man Zahlenfolgen eingeben. Für Website-Betreiber ist es vor allem dann relevant, wenn etwas umzieht — bei Hosterwechseln entstehen hier die meisten Ausfälle.

Kurz zusammengefasst:

  • Übersetzt Namen in Adressen — Grundlage jeder Erreichbarkeit.
  • Die wichtigsten Einträge: A, AAAA, CNAME, MX, TXT.
  • Änderungen wirken verzögert, gesteuert über die TTL.
  • E-Mail läuft über eigene Einträge — beim Umzug leicht zu übersehen.
  • SPF, DKIM und DMARC entscheiden, ob deine E-Mails ankommen.

Die wichtigsten Eintragstypen

TypZweck
Averweist auf eine IPv4-Adresse
AAAAverweist auf eine IPv6-Adresse
CNAMEverweist auf einen anderen Namen — üblich für Unterbereiche
MXbestimmt den Mailserver der Domain
TXTfreier Text — genutzt für SPF, DKIM, DMARC und Bestätigungen
NSlegt fest, welche Nameserver für die Domain zuständig sind

Die Zeitverzögerung

DNS-Antworten werden zwischengespeichert — bei Anbietern, Netzwerken und im Rechner des Besuchers. Wie lange, bestimmt die TTL (Time to Live), die bei jedem Eintrag hinterlegt ist.

Daraus folgt der wichtigste Handgriff bei jedem geplanten Umzug: Die TTL einige Tage vorher herabsetzen, etwa auf fünf Minuten. Dann greift die Änderung am Umzugstag schnell. Danach kann sie wieder erhöht werden.

Wer das versäumt, wartet unter Umständen einen Tag oder länger, bis alle Besucher beim neuen Server landen — währenddessen sehen manche die alte, manche die neue Seite.

Der klassische Fehler beim Hosterwechsel

Beim Umzug wird der Verweis auf den neuen Webserver umgestellt — und die Mail-Einträge vergessen. Die Folge: Die Website läuft, aber E-Mails gehen an den alten Anbieter, wo niemand mehr hinsieht. Auffallen tut es oft erst nach Tagen.

Deshalb vor jedem Wechsel eine vollständige Bestandsaufnahme: alle bestehenden Einträge notieren, nicht nur die Web-Adresse. Und die Zielkonfiguration vorher vollständig anlegen.

E-Mail-Zustellbarkeit

Drei TXT-Einträge entscheiden darüber, ob Nachrichten von deiner Domain ankommen oder im Spam landen:

  • SPF — legt fest, welche Server im Namen der Domain versenden dürfen.
  • DKIM — signiert ausgehende Nachrichten kryptografisch.
  • DMARC — bestimmt, wie mit Nachrichten umzugehen ist, die durchfallen, und wohin Berichte gehen.

Praktisch relevant wird das, sobald eine Website E-Mails verschickt — Formularbestätigungen, Bestellungen, Newsletter. Wer über einen externen Dienst versendet, muss diesen im SPF-Eintrag zulassen. Fehlt das, landen die Nachrichten mit hoher Wahrscheinlichkeit im Spam. Das ist einer der häufigsten Gründe für „unsere Formularmails kommen nicht an“.

Prüfen

Über Kommandozeilenwerkzeuge oder eine der gängigen Prüfseiten lassen sich die aktuellen Einträge einer Domain abfragen. Wichtig dabei: Die eigene Anzeige kann durch den lokalen Zwischenspeicher veraltet sein — im Zweifel gegen einen öffentlichen Namensdienst prüfen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine DNS-Änderung?

Von Minuten bis zu einem Tag, abhängig von der TTL des Eintrags. Wer den Wert vor einem geplanten Umzug herabsetzt, verkürzt das erheblich.

Was ist der Unterschied zwischen A- und CNAME-Eintrag?

Ein A-Eintrag verweist direkt auf eine IP-Adresse, ein CNAME auf einen anderen Namen. CNAME ist praktisch, wenn sich die Zieladresse ändern kann — auf der Hauptdomain ist er allerdings nicht überall zulässig.

Warum kommen meine Formular-E-Mails nicht an?

Häufig, weil SPF, DKIM oder DMARC fehlen oder der versendende Dienst nicht zugelassen ist. Empfänger stufen solche Nachrichten als verdächtig ein.

Was passiert mit E-Mails beim Hosterwechsel?

Sie folgen den MX-Einträgen. Wer nur den Webserver umstellt, hat die Website am neuen und die Post am alten Ort. Beides gehört zusammen geplant.

Kann ich Website und E-Mail bei verschiedenen Anbietern haben?

Ja, das ist üblich und über getrennte Einträge problemlos möglich — Webverweis auf den einen Anbieter, MX-Einträge auf den anderen.

Was ist die TTL?

Die Zeit, die ein Eintrag zwischengespeichert werden darf. Ein niedriger Wert lässt Änderungen schnell wirken, erzeugt aber mehr Abfragen. Vor Umzügen senken, danach wieder erhöhen.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

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