Leadgenerierung

Besucher da, Anfragen fehlen?

Wir sehen uns an, wo Menschen abspringen — Angebot, Formular oder Zustellung — und was sich mit dem geringsten Aufwand ändern lässt.

Leadgenerierung bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen aus anonymen Besuchern Kontakte werden, die sich für ein Angebot interessiert haben — eine Anfrage, eine Newsletter-Anmeldung, ein Download gegen Adresse, eine Terminbuchung. Ein Lead ist dabei kein Kunde, sondern ein Kontakt mit erkennbarem Interesse. Der Weg dorthin entscheidet, ob eine Website Geschäft bringt oder nur Besuche.

Kurz zusammengefasst:

  • Ein Lead ist ein Kontakt mit Interesse, kein Abschluss.
  • Der größte Hebel ist meist das Formular, nicht der Traffic.
  • Was man verlangt, muss zum Wert des Angebots passen.
  • Für Werbe-E-Mails braucht es Double Opt-in.
  • Schnelle Reaktion schlägt fast jede Optimierung.

Der Ablauf

  1. Aufmerksamkeit — jemand findet die Website, über Suche, Empfehlung oder Anzeige.
  2. Interesse — der Inhalt beantwortet eine Frage, die diese Person tatsächlich hat.
  3. Angebot — etwas, das den nächsten Schritt wert ist: Beratung, Checkliste, Preisübersicht, Termin.
  4. Übergabe — Formular, Anruf, Buchung.
  5. Reaktion — und hier entscheidet sich, ob aus dem Lead etwas wird.

Punkt 5 wird bei allem Optimieren der ersten vier am häufigsten vernachlässigt. Eine Anfrage, die drei Tage liegt, ist in vielen Branchen verloren — der Interessent hat inzwischen woanders angefragt.

Wo es in der Praxis klemmt

ProblemTypische Ursache
Viele Besucher, keine Anfragenkein klares Angebot, kein sichtbarer nächster Schritt
Formular wird begonnen, nicht gesendetzu viele Felder, unklare Pflichtangaben, Fehler erst nach dem Absenden
Anfragen ohne SubstanzAngebot zieht die falsche Zielgruppe an
Leads kommen nicht anFormularmails im Spam — siehe DNS
Nichts wird nachgefasstkeine Zuständigkeit, kein Prozess

Die vierte Zeile klingt banal und kommt erschreckend oft vor. Wenn SPF und DKIM fehlen, landen Formularbenachrichtigungen im Spam — und niemand merkt, dass Anfragen fehlen, weil man nicht vermisst, was man nie gesehen hat.

Das Formular

Der wirksamste Ansatzpunkt, weil dort messbar abgebrochen wird:

  • Nur fragen, was jetzt gebraucht wird. Jedes zusätzliche Feld kostet Abschlüsse. Die Firmengröße lässt sich auch im Gespräch klären.
  • Pflichtfelder kennzeichnen — und zwar die Pflichtfelder, nicht die freiwilligen.
  • Fehler sofort melden, nicht erst nach dem Absenden, und mit einer Erklärung, was zu tun ist.
  • Mobil bedienbar — passende Tastaturtypen, große Felder, keine engen Auswahlmenüs.
  • Sagen, was passiert. „Wir melden uns innerhalb eines Werktags“ senkt die Hemmschwelle spürbar.
  • Datenschutz knapp und verständlich, mit Verweis auf die Datenschutzerklärung.

Rechtliches in einem Absatz

Eine Adresse aus einem Kontaktformular darf für die Beantwortung der Anfrage genutzt werden — für Newsletter oder Werbung braucht es eine eigene, nachweisbare Einwilligung. Vorausgewählte Häkchen sind unzulässig, und die Kopplung eines Downloads an eine Newsletter-Anmeldung ist es in aller Regel auch. Wer Werbe-E-Mails versendet, braucht Double Opt-in samt Protokoll.

Messen

Nicht die Zahl der Leads allein zählt, sondern was daraus wird. Sinnvoll sind: Anteil der Besucher, die anfragen; Anteil der Anfragen, aus denen ein Gespräch wird; und der Anteil, aus dem ein Auftrag entsteht — aufgeschlüsselt nach Herkunft.

Erst diese Aufschlüsselung zeigt, ob ein Kanal wirklich trägt. Ein Kanal mit vielen, aber unpassenden Anfragen kann teurer sein als einer mit wenigen guten.

Häufige Fragen

Was ist ein Lead?

Ein Kontakt, der erkennbar Interesse gezeigt hat — durch eine Anfrage, eine Anmeldung oder eine Buchung. Ein Kunde ist er damit noch nicht.

Wie viele Felder sollte ein Formular haben?

So wenige wie möglich. Jedes zusätzliche Feld senkt die Abschlussquote. Alles, was sich im ersten Gespräch klären lässt, gehört nicht ins Formular.

Warum bekomme ich keine Anfragen trotz vieler Besucher?

Meist fehlt ein klares Angebot oder der nächste Schritt ist nicht sichtbar. Zweithäufigster Grund: ein Formular, das abschreckt. Und gelegentlich kommen die Anfragen an, landen aber im Spam.

Darf ich Formularadressen für den Newsletter nutzen?

Nein, nicht ohne eigene Einwilligung. Die Adresse aus einer Anfrage darf für deren Beantwortung genutzt werden, nicht für Werbung.

Was ist wichtiger — mehr Besucher oder bessere Umwandlung?

Meist die Umwandlung. Wer von hundert Besuchern zwei statt einem gewinnt, hat denselben Effekt wie eine Verdopplung des Verkehrs — und das oft mit deutlich weniger Aufwand.

Wie schnell sollte man reagieren?

So schnell wie möglich. In vielen Branchen entscheidet, wer zuerst zurückmeldet. Eine Anfrage, die drei Tage liegt, ist meist verloren.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

Mehr aus dem Glossar