Strukturierte Daten
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzangaben im Quelltext einer Website, die beschreiben, was ein Inhalt bedeutet — nicht nur, wie er aussieht. Für einen Menschen ist offensichtlich, dass „ab 490 €“ ein Preis ist und „Mainzer Landstraße 12″ eine Adresse. Für eine Maschine ist beides zunächst nur Text. Strukturierte Daten schließen diese Lücke und sind die Grundlage für Rich Results in der Suche und für die Verwertung durch KI-Systeme.
Kurz zusammengefasst:
- Sie beschreiben die Bedeutung von Inhalten, nicht ihre Gestaltung.
- Sie sind für Besucher unsichtbar und stehen ausschließlich im Quelltext.
- Umgesetzt werden sie fast immer mit dem Vokabular von Schema-Markup.
- Drei Formate sind gebräuchlich:
JSON-LD,Microdata,RDFa. - Sie ersetzen keine Inhalte. Ausgezeichnet werden kann nur, was ohnehin auf der Seite steht.
Warum Maschinen diese Hilfe brauchen
Eine Website ist für Menschen gebaut. Bedeutung entsteht dabei aus Zusammenhang und Gestaltung: Was groß und oben steht, ist wichtig; was hinter einem Euro-Zeichen steht, ist ein Preis. Ein Programm sieht davon nichts — es sieht Zeichenketten in Auszeichnungselementen. Ob eine Zahl ein Preis, eine Hausnummer oder eine Jahreszahl ist, lässt sich aus dem HTML allein nicht sicher ableiten.
Suchmaschinen sind darin inzwischen erstaunlich gut, aber sie raten. Strukturierte Daten ersetzen das Raten durch eine Angabe. Der Unterschied wird dort wichtig, wo Genauigkeit zählt: Öffnungszeiten, Preise, Termine, Zuständigkeiten, Autorenschaft.
Die drei Formate
| Format | Prinzip | Einordnung |
|---|---|---|
JSON-LD | eigener Skriptblock, getrennt vom sichtbaren Inhalt | empfohlener Standard, wartungsarm |
Microdata | Attribute direkt an den HTML-Elementen | funktioniert, bricht bei Layoutarbeiten |
RDFa | Attribute nach einem Web-Standard des W3C | selten, vor allem im akademischen Umfeld |
Für neue Projekte gibt es keinen guten Grund gegen JSON-LD. Der praktische Vorteil ist banal, aber entscheidend: Wer das Layout ändert, fasst die Daten nicht an — und umgekehrt.
Was Suchmaschinen daraus machen
Aus strukturierten Daten entstehen die erweiterten Suchergebnisse, die man aus der täglichen Nutzung kennt: Sternebewertungen, Preisangaben, Veranstaltungstermine, Breadcrumbs anstelle der nackten URL. Diese Darstellung verändert die Position im Ranking nicht — Google hat wiederholt betont, dass strukturierte Daten kein Rankingfaktor sind. Sie verändern, wie viel Fläche ein Ergebnis einnimmt und wie viel es schon vor dem Klick beantwortet.
Ein zweiter, unauffälligerer Nutzen: Sie helfen bei der Indexierung und der Zuordnung. Wenn eindeutig ausgezeichnet ist, welches Unternehmen hinter einer Website steht, welche Person einen Text verfasst hat und wie beides zusammenhängt, muss die Suchmaschine diese Verbindung nicht aus Textähnlichkeiten erschließen. Das zahlt auf E-E-A-T ein.
Warum sie für KI-Antworten wichtiger werden
Sprachmodelle beantworten Fragen zunehmend selbst, statt Links aufzulisten. Woher die Fakten dafür stammen, entscheidet sich in dem Moment, in dem ein System Webinhalte einliest und für die Antwort aufbereitet — bei AI Overviews ebenso wie bei Chat-Assistenten mit Websuche. Dieses Verfahren heißt Retrieval Augmented Generation.
Ein Fließtext muss dabei erst interpretiert werden, ein ausgezeichnetes Feld nicht. Ob ein Modell eine Öffnungszeit korrekt wiedergibt, hängt davon ab, wie eindeutig sie in der Quelle steht. Strukturierte Daten sind deshalb kein Garant dafür, genannt zu werden — aber sie senken die Wahrscheinlichkeit, falsch oder gar nicht wiedergegeben zu werden. Das ist der technische Kern von GEO.
Abgrenzung: strukturierte Daten und Schema-Markup
Die Begriffe werden im Alltag synonym verwendet, bezeichnen aber verschiedene Ebenen. Strukturierte Daten sind das Prinzip: Inhalte so auszeichnen, dass Maschinen ihre Bedeutung erfassen. Schema-Markup ist das Vokabular, mit dem das praktisch geschieht — die Sammlung der Typen und Eigenschaften von schema.org. Verhältnis wie Sprache zu Wortschatz. Dieser Eintrag erklärt das Prinzip, die Formate und den Nutzen; welcher Typ wofür steht, welche Fehler häufig sind und womit man das Ergebnis prüft, steht bei Schema-Markup.
In WordPress
Jede gängige WordPress-Installation liefert bereits strukturierte Daten aus — meist ohne dass jemand etwas dafür eingerichtet hat. SEO-Plugins wie Yoast SEO und Rank Math*² erzeugen automatisch die Grundtypen für Unternehmen, Seite, Beitrag und Navigationspfad. Der praktische Aufwand liegt selten darin, überhaupt etwas auszugeben, sondern in drei anderen Punkten: dass die Angaben stimmen, dass Theme und Plugin sich nicht widersprechen, und dass die Typen ergänzt werden, die kein Plugin von sich aus kennt.
Häufige Fragen
Was sind strukturierte Daten in einfachen Worten?
Zusatzangaben im Quelltext, die einer Maschine sagen, was ein Inhalt bedeutet — dass eine Zahl ein Preis ist, ein Name ein Autor, eine Zeitangabe eine Öffnungszeit. Besucher sehen davon nichts.
Sind strukturierte Daten ein Rankingfaktor?
Nein. Google hat das mehrfach bestätigt. Der Nutzen liegt in der Darstellung der Suchergebnisse, in der eindeutigen Zuordnung von Inhalten und in der besseren Verwertbarkeit durch KI-Systeme.
Was ist der Unterschied zu Schema-Markup?
Strukturierte Daten sind das Prinzip, Schema-Markup ist das Vokabular. In der Praxis werden strukturierte Daten fast immer mit dem Vokabular von schema.org umgesetzt — deshalb benutzen viele beide Begriffe gleichbedeutend.
Brauche ich strukturierte Daten für eine kleine Website?
Die Grundtypen — Unternehmen, Adresse, Öffnungszeiten — lohnen sich für jede Website, besonders bei lokalem Bezug. Sie sind mit einem SEO-Plugin schnell eingerichtet und wirken vor allem dort, wo Kunden nach Anfahrt, Erreichbarkeit oder Zuständigkeit fragen.
Sieht man strukturierte Daten auf der Website?
Nein, sie stehen nur im Quelltext. Sichtbar wird höchstens ihr Ergebnis — etwa Sterne oder Preise im Suchergebnis, und auch das nur, wenn Google sich dafür entscheidet.
Wie prüfe ich, ob meine Seite welche hat?
Über den Rich-Results-Test von Google für eine einzelne URL, über validator.schema.org für die formale Korrektheit und über die Google Search Console für den gesamten Bestand.
Wissen, was deine Website an Maschinen übergibt
Wir prüfen, welche strukturierten Daten ausgeliefert werden, ob sie zum sichtbaren Inhalt passen und wo Suchmaschinen und KI-Systeme derzeit raten müssen.
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Über den Autor
Tim Ehling
Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.




