Landingpage mit WordPress erstellen: Dein praxisnaher Guide für mehr Conversions

17. Juli 2025 Tim Ehling

Kurz gesagt: Eine Landingpage ist eine Seite mit genau einem Angebot und genau einem Ziel, meist eine Anfrage, ein Anruf oder ein Kauf. Sie konvertiert, wenn sie das Versprechen der Anzeige oder des Links einlöst, über den der Besucher kam, wenn sie Belege statt Behauptungen zeigt und wenn das Formular kurz ist. In WordPress baust du sie mit dem Block-Editor und einem Block-Plugin oder mit einem Page-Builder, Programmierkenntnisse brauchst du dafür nicht. Google Optimize gibt es seit September 2023 nicht mehr. A/B-Tests lohnen sich ohnehin erst ab einigen tausend Besuchern.

Du schaltest Anzeigen, die Klicks kommen, aber kaum Anfragen? Dann landen die Besucher vermutlich auf deiner Startseite oder einer allgemeinen Leistungsseite und müssen selbst suchen, was sie mit der Anzeige versprochen bekommen haben. Genau dafür gibt es Landingpages: eine Seite, die nur diese eine Frage beantwortet und nur einen nächsten Schritt anbietet.

Was eine Landingpage von einer normalen Seite unterscheidet

Eine Startseite muss viele Besucher mit vielen Anliegen bedienen. Eine Landingpage bedient einen Besucher mit einem Anliegen.

Merkmal

Startseite

Landingpage

Ziel

Überblick über das ganze Unternehmen

eine Aktion: anfragen, anrufen, buchen, kaufen

Besucher kommen über

Markensuche, Empfehlung, direkte Eingabe

eine bestimmte Anzeige, Mail oder Kampagne

Navigation

vollständiges Menü

kein oder nur ein reduziertes Menü

Inhalt

alle Leistungen

ein Angebot, ausführlich

Erfolg gemessen an

Besucher, Verweildauer

Anteil der Besucher, die die Aktion ausführen

Dieser Anteil heißt Conversion-Rate. Schicken 200 Besucher sechs Anfragen, liegt sie bei 3 %. Eine Landingpage ist dann gut, wenn diese Zahl steigt, nicht wenn sie gefällt.

Vor dem Bauen: drei Entscheidungen

Die meisten schwachen Landingpages scheitern nicht am Design, sondern daran, dass vorher drei Fragen offen geblieben sind.

Welche eine Aktion soll der Besucher ausführen?

Anfrage, Anruf, Terminbuchung oder Kauf: Entscheide dich für eine. Wer gleichzeitig zum Newsletter, zum Whitepaper und zur Beratung einlädt, verteilt die Aufmerksamkeit auf drei Wege und bekommt auf keinem viel.

Woher kommen die Besucher, und was wurde ihnen versprochen?

Die Seite muss das Versprechen der Quelle sofort einlösen. Wirbt deine Anzeige mit „Dachrinnenreinigung in Offenbach ab Festpreis“, muss genau das oben auf der Seite stehen, nicht „Willkommen bei Müller Bedachungen“. Bei Google Ads ist das kein Stilmittel: Die Erfahrung auf der Landingpage ist einer von drei Bestandteilen des Qualitätsfaktors, neben erwarteter Klickrate und Anzeigenrelevanz (Google Ads Hilfe, Quality Score).

Wie misst du den Erfolg?

Lege vor dem Start fest, was als Erfolg zählt, und miss es: abgeschickte Formulare, Klicks auf die Telefonnummer, Buchungen. Am einfachsten schickst du nach dem Absenden auf eine eigene Danke-Seite und zählst deren Aufrufe in Matomo oder Google Analytics als Ziel. Ohne diese Messung weißt du später nicht, ob eine Änderung geholfen hat.

Aufbau einer Landingpage, die konvertiert

Eine Landingpage beantwortet die Fragen des Besuchers in der Reihenfolge, in der er sie stellt. Von oben nach unten:

  • Überschrift: Was bekomme ich, und gilt das für mich? Angebot, Zielgruppe und Ort in einem Satz.
  • Nutzen in drei Punkten: Was habe ich davon? Konkret, nicht „hochwertig“ oder „professionell“.
  • Erste Handlungsaufforderung: Button oder Telefonnummer, ohne Scrollen sichtbar.
  • Belege: Warum sollte ich dir glauben? Bewertungen, Arbeitsproben, Zertifikate.
  • Ablauf und Preis: Was passiert nach meiner Anfrage, und womit muss ich rechnen?
  • Einwände: Kurze Antworten auf die Fragen, die Kunden dir am Telefon immer stellen.
  • Formular: Am Ende noch einmal die eine Aktion, mit wenigen Feldern.

Warum diese Reihenfolge psychologisch funktioniert, etwa durch Vertrauen, Reziprozität und kognitive Entlastung, erklärt unser Beitrag zur Landingpage-Psychologie.

Die Überschrift

Die Überschrift entscheidet, ob jemand weiterliest. Sie soll nicht kreativ sein, sondern eindeutig. Vergleiche:

  • Schwach: „Dein Partner für Sauberkeit“
  • Besser: „Dachrinnenreinigung in Offenbach: Termin in zwei Wochen, Festpreis vorab“

Die zweite Fassung nennt Leistung, Ort und zwei Gründe, gerade hier anzufragen. Wer über die passende Anzeige kommt, weiß sofort, dass er richtig ist.

Belege statt Behauptungen

„Zufriedene Kunden“ glaubt niemand. Echte Bewertungen mit Namen, Fotos von eigenen Arbeiten und konkrete Angaben wie Einsatzgebiet oder Reaktionszeit überzeugen mehr. Zeigst du Kundenbewertungen, musst du angeben, ob und wie du prüfst, dass sie von echten Kunden stammen (§ 5b Absatz 3 UWG). Bindest du Bewertungen aus deinem Google-Profil ein, nenne die Quelle und sag, ob du sie prüfst.

Die Handlungsaufforderung

Der Button sagt, was nach dem Klick passiert: „Rückruf anfordern“ statt „Absenden“, „Festpreis anfragen“ statt „Mehr erfahren“. Er hebt sich farblich vom Rest der Seite ab und taucht nach jedem größeren Abschnitt wieder auf. Formulierung, Farbe und Platzierung im Detail findest du in unseren Tipps zum CTA optimieren.

Das Formular

Frag nur ab, was du für die erste Antwort brauchst. Für einen Rückruf reichen Name und Telefonnummer, für ein Angebot oft Name, Mail und ein Freitextfeld. Alles Weitere klärst du im Gespräch. Zeige Fehler direkt am Feld, nicht erst nach dem Absenden, und sag unter dem Button, wann der Besucher eine Antwort bekommt. Direkt am Formular gehört außerdem ein Hinweis zur Datenverarbeitung mit Link auf die Datenschutzerklärung, denn die Informationspflicht gilt beim Erheben der Daten (Art. 13 DSGVO).

Landingpage mit WordPress erstellen: Schritt für Schritt

Für eine Landingpage brauchst du kein eigenes System. WordPress reicht, wenn du ein paar Dinge beachtest.

  • Eigene Seite anlegen: mit sprechender Adresse, etwa /dachrinnenreinigung-offenbach/, nicht /lp-2/.
  • Ablenkung entfernen: Viele Themes bieten eine Seitenvorlage ohne Kopfmenü und Seitenleiste. Logo und Telefonnummer bleiben, das Hauptmenü fällt weg.
  • Inhalt aus Blöcken bauen: in der Reihenfolge aus dem Abschnitt oben.
  • Formular einbinden: mit Weiterleitung auf eine eigene Danke-Seite.
  • Messung einrichten: Danke-Seite und Klicks auf die Telefonnummer als Ziel in deiner Statistik.
  • Mobil prüfen: auf einem echten Handy, nicht nur in der Vorschau des Editors. Lässt sich der Button mit dem Daumen treffen? Öffnet die Telefonnummer die Wähl-App?
  • Ladezeit messen: mit PageSpeed Insights. Große Bilder sind der häufigste Grund für eine langsame Landingpage.

Block-Editor oder Page-Builder?

Beide Wege führen zu einer guten Landingpage. Der Unterschied liegt in Ladezeit, Abhängigkeit und Bedienung.

Weg

Beispiele

Stärken

Schwächen

Block-Editor mit Block-Plugin

Kadence Blocks, GenerateBlocks

schlanker Code, Teil von WordPress selbst, Inhalte bleiben ohne Plugin lesbar

etwas mehr Einarbeitung bei aufwendigen Layouts

Page-Builder

Elementor, Divi

viele Vorlagen, Gestaltung ganz per Maus

mehr Code und oft längere Ladezeit, beim Wechsel des Builders muss die Seite meist neu gebaut werden

Auf unseren eigenen Websites arbeiten wir mit dem Block-Editor und Kadence Blocks. Für Landingpages, die schnell laden und sich später leicht anpassen lassen, ist das unser Standardweg. Arbeitet dein Team schon sicher mit einem Page-Builder, gibt es keinen Grund, nur für eine Landingpage zu wechseln.

Plugins, die du wirklich brauchst

  • Formular: Ein Formular-Plugin wie WPForms oder der Formularblock deines Block-Plugins. Wichtig sind Weiterleitung auf eine Danke-Seite und ein Spamschutz ohne Rätselbilder.
  • Statistik: Matomo oder Google Analytics, um Ziele zu messen. Google Analytics braucht eine Einwilligung im Cookie-Banner, Matomo lässt sich datenschutzfreundlicher betreiben.
  • Caching: ein Caching-Plugin oder das Caching deines Hosters, damit die Seite schnell ausgeliefert wird.

Mehr braucht eine Landingpage selten. Jedes weitere Plugin ist ein weiteres Skript, das geladen und gepflegt werden muss.

A/B-Tests nach dem Aus von Google Optimize

Lange war Google Optimize das Standardwerkzeug für A/B-Tests auf kleinen Websites. Seit dem 30. September 2023 ist es eingestellt, laufende Tests wurden beendet (Google Analytics Hilfe). Wer Tests direkt in WordPress fahren will, kann ein Plugin wie Nelio A/B Testing nutzen.

Wichtiger als das Werkzeug ist die Frage, ob sich ein Test überhaupt lohnt. Ein A/B-Test braucht genug Besucher, damit ein Unterschied nicht Zufall ist.

Rechenbeispiel: Wie viele Besucher ein A/B-Test braucht, bei kleiner und großer Verbesserung

Rechenbeispiel: Deine Landingpage hat eine Conversion-Rate von 3 %. Du willst wissen, ob eine neue Überschrift sie auf 3,6 % hebt, also um ein Fünftel. Bei üblichen Annahmen (Signifikanzniveau 5 %, Teststärke 80 %) brauchst du dafür rund 14.000 Besucher je Variante, zusammen also rund 28.000. Bei 1.000 Besuchern im Monat dauert das mehr als zwei Jahre. Testest du dagegen eine große Änderung, die die Rate auf 4,5 % heben soll, reichen rund 2.500 Besucher je Variante. Nachrechnen kannst du das mit dem kostenlosen Rechner von Evan Miller.

Für die meisten kleinen Unternehmen heißt das: Teste keine Buttonfarben. Teste große Unterschiede, etwa ein anderes Angebot, eine andere Überschrift oder ein kürzeres Formular. Oder verzichte auf den Test, setz um, was ein Nutzertest mit fünf Personen zeigt, und vergleiche die Anfragen vorher und nachher über mehrere Wochen.

Fünf Fehler, die Anfragen kosten

  • Landing auf der Startseite: Die Anzeige verspricht etwas Bestimmtes, die Seite zeigt alles. Jede Kampagne mit eigenem Angebot bekommt eine eigene Seite.
  • Zu viele Ziele: Newsletter, Download und Beratung auf einer Seite. Eine Seite, eine Aktion.
  • Kein Preis, kein Ablauf: Wer nicht weiß, womit er rechnen muss, fragt lieber woanders an. Eine Spanne oder ein Ab-Preis reicht.
  • Langsam auf dem Handy: Große Bilder und viele Skripte lassen die Seite weiß, während die Anzeige schon bezahlt ist. Für die drei Werte, die Google misst, gilt als gut: größtes Element nach höchstens 2,5 Sekunden sichtbar, Reaktion nach höchstens 200 Millisekunden (web.dev, Web Vitals).
  • Nicht gemessen: Ohne Ziel in der Statistik bleibt jede Änderung ein Bauchgefühl.

Viele dieser Fehler sind keine Landingpage-Probleme, sondern allgemeine Hürden der Website. Wie du sie systematisch findest, steht in unserem Beitrag zu benutzerfreundlichem Webdesign.

Selbst bauen oder erstellen lassen?

Mit WordPress und einem Block-Plugin baust du eine solide Landingpage selbst, wenn du Zeit für Texte, Bilder und Tests hast. Unterstützung lohnt sich, wenn du Anzeigenbudget einsetzt und jeder verlorene Besucher Geld kostet, wenn Ladezeit und Messung sauber sitzen müssen oder wenn mehrere Landingpages für verschiedene Leistungen oder Orte entstehen sollen.

Wir bauen Landingpages als Teil unserer WordPress-Webseiten: schnell, mobil zuerst, mit Messung ab dem ersten Tag. Eine einzelne Seite mit eigenem Design, ein Onepager, beginnt bei uns bei 1.500 € netto. Alle Preise und den Ablauf findest du auf unserer Seite zur Webdesign-Agentur.

Häufige Fragen zum Landingpage erstellen

Was ist eine Landingpage?

Eine Landingpage ist eine Seite, auf der Besucher nach einem Klick auf eine Anzeige, eine Mail oder einen Link landen. Sie hat genau ein Angebot und ein Ziel, etwa eine Anfrage oder einen Kauf. Anders als die Startseite verzichtet sie auf das vollständige Menü, damit der Besucher nicht abgelenkt wird.

Wie erstelle ich eine Landingpage mit WordPress?

Lege eine eigene Seite an, wähle eine Vorlage ohne Hauptmenü und baue den Inhalt mit dem Block-Editor oder einem Page-Builder auf: Überschrift, Nutzen, Belege, Ablauf, Formular. Leite das Formular auf eine Danke-Seite weiter und miss deren Aufrufe als Ziel. Programmierkenntnisse brauchst du dafür nicht.

Was muss auf eine Landingpage?

Eine eindeutige Überschrift mit Angebot und Zielgruppe, der Nutzen in wenigen Punkten, eine sichtbare Handlungsaufforderung, Belege wie echte Bewertungen oder Arbeitsproben, Angaben zu Ablauf und Preis und ein kurzes Formular. Alles, was nicht zur einen Aktion führt, lässt du weg.

Welcher Page-Builder ist der beste für Landingpages?

Es gibt keinen besten für alle. Der Block-Editor mit einem Block-Plugin wie Kadence Blocks oder GenerateBlocks erzeugt schlanken Code und lädt meist schneller. Page-Builder wie Elementor bieten mehr Vorlagen, bringen aber mehr Code mit. Wir nutzen auf unseren eigenen Websites den Block-Editor mit Kadence Blocks.

Gibt es Google Optimize noch?

Nein. Google hat Optimize und Optimize 360 am 30. September 2023 eingestellt, laufende Tests wurden beendet. Für A/B-Tests in WordPress gibt es Plugins wie Nelio A/B Testing. Prüfe aber vorher, ob deine Seite genug Besucher für einen aussagekräftigen Test hat.

Ab wie vielen Besuchern lohnt sich ein A/B-Test?

Das hängt von deiner Conversion-Rate und der erwarteten Verbesserung ab. Im Rechenbeispiel mit 3 % Ausgangsquote brauchst du rund 28.000 Besucher, um eine Steigerung um ein Fünftel sicher zu erkennen, für eine Steigerung um die Hälfte rund 5.000. Kleine Websites testen deshalb besser große Änderungen statt Buttonfarben.

Was kostet es, eine Landingpage erstellen zu lassen?

Das hängt von Umfang, Texten und Bildern ab. Bei uns beginnt ein Onepager mit eigenem Design bei 1.500 € netto. Du bekommst vor Projektstart ein verbindliches Festpreisangebot.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

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