Ein A/B-Test ist ein Versuch, bei dem zwei Varianten einer Seite oder eines Elements im selben Zeitraum an zufällig aufgeteilte Besucher ausgespielt werden, um zu messen, welche Variante das gesetzte Ziel besser erreicht. Statt über Geschmack zu diskutieren, entscheidet das Verhalten echter Besucher. Das klappt allerdings nur, wenn genug Besucher und genug Anfragen zusammenkommen.

Kurz zusammengefasst:

  • Zwei Varianten, gleicher Zeitraum, zufällige Aufteilung der Besucher.
  • Vorab festlegen, welche eine Kennzahl über den Sieger entscheidet.
  • Pro Test möglichst nur eine Änderung, sonst bleibt die Ursache offen.
  • Wenig Besucher bedeutet lange Laufzeit oder kein belastbares Ergebnis.
  • Google erlaubt Tests, solange Suchmaschinen und Menschen gleich behandelt werden.

So läuft ein Test ab

Am Anfang steht eine Vermutung, die sich überprüfen lässt: Ein Button mit konkretem Text bringt mehr Anfragen als einer mit „Absenden“. Danach legst du fest, woran du den Erfolg misst, zum Beispiel an der Conversion Rate eines Anfrageformulars. Ein Werkzeug verteilt die Besucher zufällig auf Variante A und Variante B und zählt das Ergebnis mit.

Wichtig ist der gleichzeitige Lauf. Vergleichst du die alte Seite im März mit der neuen im April, misst du auch Saison, Werbung und Wetter. Beim parallelen Test treffen diese Einflüsse beide Varianten gleich. Das Ende legst du ebenfalls vorher fest. Wer abbricht, sobald die eigene Lieblingsvariante vorne liegt, nimmt oft nur eine Zufallsschwankung mit.

Was sich testen lässt

Am meisten bringt ein Test dort, wo eine Entscheidung fällt: beim CTA, bei der Hauptüberschrift einer Landingpage oder bei der Länge eines Formulars. Eine Farbe im Footer wird dagegen kaum etwas bewegen. Bevor du testest, lohnt ein Blick auf bekannte Schwächen: Ein Formular, das auf dem Handy nicht funktioniert, reparierst du einfach.

TestgegenstandPassende Messgröße
Text auf dem Anfrage-Buttonabgeschickte Formulare
Überschrift der LandingpageKlicks zum Formular, Anfragen
Zahl der Formularfelderabgeschickte Formulare, Qualität der Anfragen

Was das für deinen Betrieb bedeutet

Für den Handwerksbetrieb ist die ehrliche Frage: Kommen überhaupt genug Anfragen zusammen? Bei wenigen Anfragen im Monat können zwei oder drei zufällige Kontakte das Ergebnis drehen. Dann ist es oft sinnvoller, mit Kunden zu sprechen und offensichtliche Hürden zu beseitigen. Der Test bleibt etwas für Seiten mit viel Betrieb, etwa bezahlte Kampagnen.

Kaufmännisch zählt das Verhältnis von Aufwand und Risiko. Ein Test kostet Einrichtung und Laufzeit, schützt aber davor, eine teure Änderung auf Verdacht auszurollen. Vergleiche deshalb nicht nur Klicks, sondern wenn möglich auch die Qualität der Anfragen. Mehr Formulare mit weniger passenden Aufträgen sind kein Gewinn. Praktische Ansätze für den ersten Testgegenstand stehen in unserem Beitrag zum CTA optimieren.

Test und Suchmaschine

Google gibt für Tests klare Regeln vor. Googlebot darf keine anderen Inhalte sehen als die Besucher, das wäre Cloaking. Läuft eine Variante unter einer eigenen Adresse, empfiehlt Google auf den Varianten ein Canonical-Tag zum Original statt eines noindex und bei Weiterleitungen den Statuscode 302 statt 301. Zudem soll der Test nur so lange laufen wie nötig. Läuft er unnötig lange, kann Google das als Täuschungsversuch werten.

Auch das Werkzeug verdient einen Blick. Google Optimize wurde am 30. September 2023 eingestellt, ältere Anleitungen führen also ins Leere. Speichert ein Testwerkzeug im Browser, welche Variante jemand gesehen hat, ist das ein Zugriff auf das Endgerät, für den das TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung verlangt. Wer nicht einwilligt, fällt dann aus der Messung heraus.

Häufige Fragen

Wie lange muss ein A/B-Test laufen?

Eine feste Zahl gibt es nicht, die Laufzeit hängt von Besucherzahl, Ausgangswert und dem erwarteten Unterschied ab. Rechne die nötige Menge vorab mit einem Stichprobenrechner aus und plane volle Wochen ein, damit Wochentage gleich vertreten sind.

Schadet ein A/B-Test dem Ranking?

Laut Google nicht, wenn die Regeln eingehalten werden: kein Cloaking, 302 statt 301, Canonical-Tag auf das Original und keine unnötig lange Laufzeit. Kleine Änderungen wie ein Buttontext wirken sich laut Google oft kaum auf Snippets oder Rankings aus.

Kann ich mehrere Dinge auf einmal ändern?

Du kannst, erfährst dann aber nur, welche Variante gewonnen hat, nicht warum. Bei einem kompletten Neuentwurf kann das reichen, wenn es nur um die Entscheidung zwischen zwei Seiten geht.

Was tun, wenn kein klarer Sieger herauskommt?

Dann hat der Test trotzdem etwas gezeigt: Die Änderung macht keinen messbaren Unterschied, und du behältst die einfachere Variante. Das spart die Arbeit, weiter an dieser Stelle zu feilen.

Lohnt sich ein Test bei dir überhaupt?

Wir schauen gemeinsam auf deine Seite und besprechen, ob ein Test oder zuerst eine einfache Korrektur sinnvoller ist.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

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