
Domain: Was ist das? Definition, Aufbau & Registrierung erklärt
- Warum sind Domains wichtig?
- Aufbau einer Domain: So ist sie strukturiert
- Das Domain Name System (DNS): Wie Domains funktionieren
- Domain registrieren: So sicherst du dir deinen Wunschnamen
- Domain-Strategien für Unternehmen
- Domains und SEO: Der Einfluss auf dein Ranking
- Rechtliche Aspekte bei Domains
- Domain-Transfer und -Umzug
- Häufige Fehler bei der Domain-Wahl
- Domains und E-Mail
- Internationale Domains (IDN)
- Die Zukunft von Domains
- Fazit: Die richtige Domain als Grundstein
Eine Domain ist die einzigartige, lesbare Adresse einer Website im Internet – zum Beispiel „google.com“ oder „die-mainagentur.de“. Sie dient als benutzerfreundlicher Name für die dahinterliegende numerische IP-Adresse des Servers, auf dem die Website gehostet wird.
Warum sind Domains wichtig?
Stell dir vor, du müsstest dir für jede Website eine Zahlenfolge wie „185.60.218.35″ merken – das Internet wäre kaum nutzbar. Domains lösen dieses Problem, indem sie technische IP-Adressen in merkbare Namen übersetzen. Sie sind gleichzeitig deine digitale Visitenkarte, Markenzeichen und der erste Eindruck, den potenzielle Besucher von deinem Online-Auftritt bekommen.
Eine gut gewählte Domain:
- Erleichtert das Auffinden deiner Website
- Stärkt deine Markenidentität
- Schafft Vertrauen bei Besuchern
- Verbessert deine Sichtbarkeit in Suchmaschinen
- Ermöglicht professionelle E-Mail-Adressen (z.B. info@deinefirma.de)
Aufbau einer Domain: So ist sie strukturiert
Eine Domain besteht aus mehreren hierarchischen Ebenen, die durch Punkte getrennt werden und von rechts nach links gelesen werden:
Top-Level-Domain (TLD)
Die Top-Level-Domain ist die höchste Ebene im Domain-System und steht ganz rechts in der Adresse. Es gibt verschiedene Typen:
Generische TLDs (gTLDs):
- .com – ursprünglich für kommerzielle Websites, heute universell einsetzbar
- .org – für Organisationen, besonders gemeinnützige
- .net – ursprünglich für Netzwerk-Infrastrukturen
- .info – für Informationswebsites
Länderspezifische TLDs (ccTLDs):
- .de – Deutschland
- .at – Österreich
- .ch – Schweiz
- .eu – Europäische Union
Neue gTLDs: Seit 2013 gibt es hunderte spezialisierte Endungen wie .shop, .blog, .app, .digital oder .berlin. Diese ermöglichen spezifischere und kreativere Domains.
Second-Level-Domain (SLD)
Die Second-Level-Domain ist der eigentliche Name deiner Website – das, was du dir bei der Registrierung aussuchst. Bei „die-mainagentur.de“ ist „die-mainagentur“ die Second-Level-Domain. Hier hast du die meiste Freiheit, solange der Name noch nicht vergeben ist.
Best Practices für gute Second-Level-Domains:
- Kurz und prägnant (idealerweise unter 15 Zeichen)
- Leicht zu merken und zu buchstabieren
- Ohne Bindestriche, wenn möglich
- Keine Zahlen oder Sonderzeichen
- Beschreibend für dein Geschäft oder deine Marke
- Unique und unverwechselbar
Subdomain (Third-Level-Domain)
Subdomains stehen vor der eigentlichen Domain und ermöglichen die Strukturierung größerer Websites. Klassische Beispiele:
- blog.deinefirma.de – für den Unternehmens-Blog
- shop.deinefirma.de – für den Online-Shop
- support.deinefirma.de – für den Kundenservice
Technisch gesehen ist sogar „www“ eine Subdomain, auch wenn sie historisch bedingt meist automatisch zur Hauptdomain weiterleitet.
Das Domain Name System (DNS): Wie Domains funktionieren
Hinter jeder Domain steht ein komplexes technisches System, das dafür sorgt, dass dein Browser die richtige Website findet. Das Domain Name System (DNS) fungiert dabei als das „Telefonbuch des Internets“.
Der DNS-Auflösungsprozess in 4 Schritten:
- Anfrage: Du gibst „example.com“ in deinen Browser ein
- DNS-Abfrage: Dein Computer kontaktiert einen DNS-Server, der die Domain in eine IP-Adresse übersetzt
- IP-Auflösung: Der DNS-Server antwortet mit der richtigen IP-Adresse (z.B. 93.184.216.34)
- Verbindung: Dein Browser verbindet sich mit dieser IP-Adresse und lädt die Website
Dieser Vorgang dauert nur Millisekunden, läuft aber bei jedem Website-Besuch im Hintergrund ab. Zur Beschleunigung speichern (cachen) Browser und DNS-Server bereits abgefragte Domains temporär zwischen.
Domain registrieren: So sicherst du dir deinen Wunschnamen
Eine Domain gehört nie wirklich dir – du mietest sie praktisch von einer Registrierungsstelle. Der Registrierungsprozess läuft über sogenannte Registrare.
Schritt-für-Schritt zur eigenen Domain:
1. Verfügbarkeit prüfen Nutze die Suchfunktion bei Registraren wie DENIC (für .de-Domains), INWX, Namecheap oder bei deinem Webhoster. Wenn der gewünschte Name vergeben ist, werden meist Alternativen vorgeschlagen.
2. Registrar wählen Vergleiche Preise und Leistungen verschiedener Anbieter. Achte auf:
- Kosten für Registrierung und jährliche Verlängerung
- Inkludierte Services (z.B. WHOIS-Privacy-Schutz)
- Benutzerfreundlichkeit des Verwaltungsinterfaces
- Qualität des Kundensupports
- SSL-Zertifikate im Paket
3. Domain reservieren Fülle das Registrierungsformular mit deinen Kontaktdaten aus. Diese Informationen landen im sogenannten WHOIS-Verzeichnis, einer öffentlichen Datenbank aller Domaininhaber. Viele Registrare bieten Privacy-Services an, die deine persönlichen Daten schützen.
4. DNS konfigurieren Verbinde die Domain mit deinem Webserver, indem du die richtigen DNS-Einträge setzt:
- A-Record: Verweist auf die IPv4-Adresse deines Servers
- AAAA-Record: Verweist auf die IPv6-Adresse
- MX-Record: Für E-Mail-Routing
- CNAME-Record: Für Weiterleitungen und Aliase
5. Jährliche Verlängerung nicht vergessen Domains werden üblicherweise für ein Jahr registriert und müssen dann verlängert werden. Aktiviere automatische Verlängerungen, um nicht versehentlich deine Domain zu verlieren.
Kosten einer Domain
Die Preise variieren stark je nach TLD:
- .de-Domains: ca. 5–15 € pro Jahr
- .com-Domains: ca. 10–20 € pro Jahr
- Premium-Domains: können mehrere hundert bis tausende Euro kosten
- Neue gTLDs: stark schwankend, von günstig bis sehr teuer
Achtung vor versteckten Kosten: Manche Anbieter locken mit günstigen Erstjahres-Preisen, verlangen aber ab dem zweiten Jahr deutlich mehr.
Domain-Strategien für Unternehmen
Die richtige Domain-Struktur
Einzelne Domain (Empfehlung für die meisten KMUs): Eine Haupt-Domain wie „deinefirma.de“ mit allen Inhalten unter Unterverzeichnissen (z.B. deinefirma.de/blog, deinefirma.de/shop). Diese Struktur konzentriert die SEO-Kraft auf eine Domain.
Subdomain-Struktur: Technisch separate Bereiche wie „blog.deinefirma.de“ oder „shop.deinefirma.de“. Sinnvoll, wenn Bereiche technisch völlig unterschiedlich sind oder du bestimmte Funktionen isolieren möchtest.
Mehrere Domains: Verschiedene Haupt-Domains für verschiedene Märkte oder Marken. Dies sollte strategisch gut überlegt sein, da du die SEO-Arbeit auf mehrere Domains verteilst.
Domain-Portfolio und Markenschutz
Viele Unternehmen sichern sich mehrere Domains, um ihre Marke zu schützen:
- Verschiedene TLDs: Registriere neben .de auch .com, .eu oder branchenspezifische Endungen
- Tippfehler-Domains: Schütze vor Typosquatting (z.B. gogle.com statt google.com)
- Umgelautete Varianten: Bei Umlauten im Namen sowohl mit als auch ohne Umlaut (ä/ae, ö/oe, ü/ue)
- Bindestriche: Mit und ohne Bindestriche, falls relevant
Alle zusätzlichen Domains solltest du per 301-Redirect auf deine Hauptdomain weiterleiten, um Duplicate Content zu vermeiden und SEO-Kraft zu bündeln.
Domains und SEO: Der Einfluss auf dein Ranking
Während die Domain selbst nur einen kleinen direkten Ranking-Faktor darstellt, gibt es dennoch wichtige Zusammenhänge:
Keywords in der Domain
Exact Match Domains (EMD) – also Domains, die exakt einem Suchbegriff entsprechen (z.B. „autoreparatur-berlin.de“) – hatten früher einen großen SEO-Vorteil. Google hat dies stark reduziert, aber ein beschreibender Domain-Name kann nach wie vor helfen:
- Er signalisiert Relevanz für Nutzer
- Erhöht die Click-Through-Rate in Suchergebnissen
- Unterstützt das Markengedächtnis
Achtung: Übertreib es nicht. „beste-billige-autoreparatur-berlin-günstig.de“ wirkt spammy und schadet mehr als es nutzt.
Domain-Alter und Trust
Ältere Domains genießen tendenziell mehr Vertrauen bei Google, vorausgesetzt sie haben eine saubere Historie. Eine frische Domain braucht Zeit, um sich zu etablieren – die sogenannte „Google Sandbox“-Phase dauert oft 3-6 Monate.
Die richtige TLD wählen
Für den deutschen Markt ist .de nach wie vor die vertrauenswürdigste Option. Google erkennt länderspezifische TLDs als geografisches Signal. Wenn du international agierst, ist .com die universelle Wahl.
Neue gTLDs (.shop, .online, .digital etc.) haben keinen SEO-Nachteil, müssen aber erst Vertrauen bei Nutzern aufbauen, da sie noch ungewohnt sind.
Rechtliche Aspekte bei Domains
Markenrecht beachten
Vor der Registrierung solltest du prüfen, ob dein Wunschname fremde Markenrechte verletzt. Das gilt besonders für:
- Bekannte Unternehmens- oder Produktnamen
- Geschützte Markennamen
- Namen von Personen des öffentlichen Lebens
Eine Markenrecherche beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) ist empfehlenswert. Bei Markenverletzungen drohen Abmahnungen und die Verpflichtung zur Übertragung der Domain.
DSGVO und WHOIS-Daten
Die DSGVO hat die öffentliche Einsehbarkeit von WHOIS-Daten stark eingeschränkt. Bei vielen Registraren werden deine persönlichen Daten standardmäßig anonymisiert. Geschäftsadressen von Unternehmen können jedoch weiterhin öffentlich sein.
Domain-Streitigkeiten
Bei Konflikten um Domains (z.B. bei Cybersquatting) gibt es spezielle Schlichtungsverfahren wie das Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy (UDRP)-Verfahren der ICANN.
Domain-Transfer und -Umzug
Provider wechseln (Domain-Transfer)
Wenn du mit deinem aktuellen Registrar unzufrieden bist, kannst du die Domain zu einem anderen Anbieter umziehen:
- AuthCode anfordern: Bei deinem bisherigen Registrar erhältst du einen Autorisierungscode
- Domain entsperren: Entferne eventuelle Transfer-Sperren
- Transfer einleiten: Gib den AuthCode beim neuen Registrar ein
- Bestätigung: Nach 5-7 Tagen ist der Transfer abgeschlossen
Wichtig: Stelle sicher, dass die Domain nicht kurz vor Ablauf steht. Ein Transfer kann die Laufzeit verlängern oder den Verlängerungsprozess komplizieren.
Domain zu neuer Website umziehen
Wenn du die Domain zu einer neuen Website umziehen möchtest, während sie beim gleichen Registrar bleibt:
- DNS-Einträge aktualisieren: Ändere die A-Records auf die IP-Adresse des neuen Servers
- Propagationszeit: Es dauert 24-48 Stunden, bis die Änderung weltweit wirksam ist
- SSL-Zertifikat: Stelle sicher, dass ein neues SSL-Zertifikat für die Domain auf dem neuen Server installiert ist
- 301-Weiterleitungen: Bei Änderungen der URL-Struktur richte permanente Weiterleitungen ein
Häufige Fehler bei der Domain-Wahl
Zu komplizierte Namen
„mein-super-online-shop-fuer-oekologische-produkte.de“ ist schwer zu merken, zu lang und fehleranfällig beim Eintippen.
Bindestrich-Wahnsinn
Während ein Bindestrich manchmal sinnvoll ist, wirken mehrere Bindestriche unseriös und erschweren die Mundpropaganda.
Unklare Schreibweise
Bei Namen wie „expertease“ ist nicht klar, ob es „expert-ease“, „expertease“ oder „expert-ease“ geschrieben wird. Das führt zu Tippfehlern.
Verwechselbare TLDs
Wenn „deinefirma.de“ bereits vergeben ist und du „deinefirma.net“ registrierst, fließt möglicherweise Traffic an deinen Konkurrenten.
Keine Markenrecherche
Domains mit fremden Marken im Namen führen zu rechtlichen Problemen und müssen oft abgegeben werden.
Domains und E-Mail
Eine eigene Domain ermöglicht professionelle E-Mail-Adressen statt generischer Freemail-Adressen:
Unprofessionell: maxmustermann@gmail.com
Professionell: max.mustermann@deinefirma.de
Solche E-Mail-Adressen:
- Wirken seriöser
- Stärken deine Marke bei jedem Kontakt
- Signalisieren Professionalität
- Sind leichter zu strukturieren (info@, support@, vertrieb@)
Die meisten Hosting-Pakete beinhalten E-Mail-Postfächer. Alternativ kannst du Google Workspace oder Microsoft 365 mit deiner Domain nutzen.
Internationale Domains (IDN)
Internationalized Domain Names (IDN) ermöglichen Domains in nicht-lateinischen Schriftzeichen oder mit Sonderzeichen:
- Umlaute: müller.de
- Kyrillisch: kremlin.ru (кремль.рф)
- Chinesisch, Arabisch, etc.
Für deutsche Unternehmen sind besonders Umlaute relevant. Beachte aber:
- Nicht alle Systeme unterstützen IDNs vollständig
- Bei E-Mail-Adressen können IDNs zu Problemen führen
- Die ASCII-kompatible Kodierung (Punycode) sieht kryptisch aus: „müller.de“ wird zu „xn--mller-kva.de“
Tipp: Registriere sowohl die Umlaut- als auch die ae/oe/ue-Variante und leite eine auf die andere weiter.
Die Zukunft von Domains
Neue TLD-Wellen
Die ICANN plant weitere Runden für neue gTLDs. Unternehmen können sogar eigene TLDs beantragen (z.B. hat Amazon .amazon registriert). Diese Entwicklung macht das Domain-System flexibler, aber auch komplexer.
Blockchain-Domains
Dezentrale Domain-Systeme wie .crypto oder .eth basieren auf Blockchain-Technologie und versprechen zensurresistente, wirklich „eigene“ Domains. Allerdings sind sie noch nicht im Mainstream angekommen und erfordern spezielle Software.
Voice Search und Domains
Mit zunehmender Sprachsuche werden kurze, sprechbare Domains wichtiger. „die-mainagentur.de“ ist besser für Voice Search geeignet als „dma-webdev-solutions-rhein-main.de“.
Fazit: Die richtige Domain als Grundstein
Deine Domain ist mehr als nur eine technische Notwendigkeit – sie ist der Grundstein deiner Online-Identität. Eine gut gewählte, professionelle Domain:
- Macht deine Website leicht auffindbar
- Stärkt deine Marke nachhaltig
- Vermittelt Professionalität und Vertrauen
- Unterstützt deine SEO-Strategie
- Ermöglicht professionelle Kommunikation
Nimm dir Zeit für die Wahl und sichere dir idealerweise auch verwandte Varianten, um deine Marke umfassend zu schützen. Bei der technischen Einrichtung und der strategischen Ausrichtung deiner Domain unterstützen wir dich gerne – von der ersten Registrierung bis zur vollständigen Integration in deine WordPress-Website.
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