Absprungrate

Die Absprungrate (englisch Bounce Rate) ist der Anteil der Besuche, die nach der Definition des jeweiligen Analysewerkzeugs als Absprung zählen, also ohne erkennbare weitere Aktivität enden. Was genau als Absprung gilt, unterscheidet sich je nach Werkzeug deutlich. Dieselbe Website kann deshalb zwei verschiedene Werte zeigen, und beide stimmen.

Kurz zusammengefasst:

  • Die Kennzahl misst Besuche, nicht einzelne Menschen.
  • Google Analytics und Matomo rechnen unterschiedlich, Werte sind nicht vergleichbar.
  • Ein hoher Wert ist nicht automatisch schlecht.
  • Aussagekräftig wird die Zahl erst je Seite und im Verlauf.
  • Zum Bewerten taugen Anfragen besser als Absprünge.

Wie die Werkzeuge rechnen

In Google Analytics ist die Absprungrate das Gegenstück zur Engagement-Rate, nämlich der Anteil der Sitzungen ohne Interaktion. Als Sitzung mit Interaktion zählt laut Google, was länger als 10 Sekunden dauert, ein Schlüsselereignis enthält oder mindestens zwei Seitenaufrufe hat. Trifft nichts davon zu, ist es ein Absprung.

In Matomo gilt eine andere Regel. Ein Absprung liegt vor, wenn jemand nur eine Seite aufruft und keine weitere erfasste Interaktion auslöst, etwa ein Ereignis, einen Download oder ein erreichtes Ziel. Die Verweildauer spielt dabei keine Rolle.

BesuchGoogle AnalyticsMatomo
Eine Seite, 5 Minuten gelesen, keine weitere Aktionkein AbsprungAbsprung
Eine Seite, 5 Sekunden, keine weitere AktionAbsprungAbsprung
Zwei Seiten aufgerufenkein Absprungkein Absprung

Die erste Zeile zeigt das Problem: Wer deine Rufnummer in Ruhe liest und dann anruft, gilt in Matomo als Absprung, obwohl der Besuch ein voller Erfolg war. Zudem verändert die Einrichtung den Wert. Zusätzlich erfasste Ereignisse senken die Absprungrate in Matomo, ohne dass sich das Verhalten geändert hat.

Was ein hoher Wert bedeutet

Allein sagt die Zahl wenig. Eine Seite mit Öffnungszeiten darf hohe Werte haben, weil die Frage nach einer Seite beantwortet ist. Auffällig wird es, wenn eine Landingpage mit Anfrageformular viele Absprünge und kaum Anfragen hat. Dann lohnt die Suche nach der Ursache.

Die üblichen Verdächtigen sind schnell geprüft: Passt die Seite zur Suchintention? Lädt sie auf dem Handy flott genug, siehe Ladegeschwindigkeit? Ist der nächste Schritt sofort erkennbar? Hat sich der Wert nach einer Änderung sprunghaft verschoben, prüfe auch die Messung selbst, denn ein doppelt eingebundener Zähler oder ein neues Ereignis verändert die Zahl ebenfalls.

Was das für deinen Betrieb bedeutet

Im Betriebsalltag brauchst du die Kennzahl nicht täglich anzusehen. Schau einmal im Monat auf deine wichtigsten Seiten und frage: Kommen genug Anfragen? Erst wenn die Antwort Nein lautet, hilft die Absprungrate bei der Suche nach der undichten Stelle.

In der Geschäftsführung solltest du keine Ziele auf diese Zahl legen. Sie lässt sich mit technischen Mitteln senken, ohne dass ein einziger Auftrag mehr hereinkommt. Google weist sogar darauf hin, dass künstlich offen gehaltene Sitzungen die Engagement-Rate aufblähen. Nutze die Absprungrate als Hinweis, und bewerte das Ergebnis über Anfragen und Aufträge. Beim Werkzeugwechsel gilt: Alte und neue Werte nicht als Verlauf lesen, weil sich die Rechnung geändert hat.

Häufige Fragen

Welche Absprungrate ist gut?

Eine allgemein gültige Grenze gibt es nicht, weil Werkzeug, Einrichtung und Seitenart den Wert bestimmen. Vergleiche deshalb dieselbe Seite über die Zeit im selben Werkzeug, nicht deine Zahl mit fremden Richtwerten.

Ist die Absprungrate ein Rankingfaktor?

Das lässt sich aus den Kennzahlen deines Analysewerkzeugs nicht ableiten, und die Werte sind von Einrichtung zu Einrichtung verschieden. Kümmere dich lieber um die Ursachen, also passende Inhalte und schnelle Seiten, denn die zahlen sich unabhängig von dieser Frage aus.

Warum zeigen Google Analytics und Matomo verschiedene Werte?

Weil sie Verschiedenes zählen: Google Analytics berücksichtigt die Dauer, Matomo nicht. Dazu kommt, dass beide nur die Besuche sehen, die tatsächlich gemessen werden, was unter anderem von den Einwilligungen abhängt.

Wie senke ich die Absprungrate sinnvoll?

Beseitige echte Hürden: unpassende Versprechen in Anzeigen und Suchtreffern, lange Ladezeiten, einen fehlenden nächsten Schritt. Erfolg misst du danach an den Anfragen, nicht an der Kennzahl.

Deine Zahlen sehen seltsam aus?

Wir schauen gemeinsam drauf, was deine Statistik tatsächlich misst und welche Seite du dir zuerst vornehmen solltest.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

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