Isometrische 3D-Illustration, die den Prozess des digitalen Trackings visualisiert. Verschiedene Nutzeraktionen wie Klicks, Formulareingaben und Seitenaufrufe werden in einem zentralen "Tracking & Analytics Hub" gesammelt. Dieser generiert daraus "User Insights & Reports" auf einem Dashboard, wobei auch Datenschutz und Nutzereinwilligung berücksichtigt werden.

Tracking: Definition, Methoden & DSGVO-konforme Umsetzung

Tracking bezeichnet die systematische Erfassung und Aufzeichnung von Nutzerverhalten auf Websites, in Apps oder über digitale Kanäle hinweg. Dabei werden Informationen wie Seitenaufrufe, Klicks, Scrollverhalten, Verweildauer, verwendete Geräte und die Herkunft der Besucher gesammelt, um das Nutzerverhalten zu analysieren und daraus Marketing-Entscheidungen abzuleiten.

Warum ist Tracking wichtig?

Ohne Tracking würdest du im Dunkeln tappen. Du wüsstest nicht, welche Inhalte deine Besucher interessieren, wo sie abspringen oder welche Marketing-Maßnahmen tatsächlich funktionieren. Tracking liefert dir die Datenbasis für:

  • Marketing-Optimierung: Welche Kampagnen bringen qualifizierte Besucher?
  • UX-Verbesserung: Wo haben Nutzer Probleme bei der Navigation?
  • Conversion-Optimierung: An welcher Stelle im Kaufprozess brechen Nutzer ab?
  • Content-Strategie: Welche Themen und Formate kommen an?
  • ROI-Messung: Rechnen sich deine Marketing-Investitionen?

Die Herausforderung liegt darin, aussagekräftige Daten zu sammeln, ohne die Privatsphäre der Nutzer zu verletzen oder gegen Datenschutzgesetze zu verstoßen.

Tracking-Methoden: Wie werden Nutzerdaten erfasst?

Es gibt verschiedene technische Ansätze, um Nutzerverhalten zu erfassen. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile in Bezug auf Genauigkeit, Datenschutz und technische Umsetzung.

Cookie-basiertes Tracking

Die klassische und lange Zeit dominierende Tracking-Methode. Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die im Browser des Nutzers gespeichert wird und einen eindeutigen Identifikator enthält.

Wie es funktioniert:

  • Beim ersten Besuch wird ein Cookie mit einer eindeutigen ID gesetzt
  • Bei jedem weiteren Besuch wird diese ID ausgelesen
  • So können wiederkehrende Besucher erkannt werden

Arten von Cookies:

  • First-Party-Cookies: Von deiner Domain gesetzt, speichern Präferenzen und Sitzungsdaten
  • Third-Party-cookies: Von externen Diensten (z.B. Google Analytics, Facebook Pixel), ermöglichen Cross-Site-Tracking

Problematik:

  • Seit iOS 14.5 und macOS Big Sur blockiert Safari Third-Party-Cookies standardmäßig
  • Firefox blockiert Third-Party-Cookies seit 2019
  • Google Chrome wird Third-Party-Cookies schrittweise bis Ende 2025 blockieren
  • Nutzer können Cookies jederzeit löschen

Server-Side Tracking

Bei diesem Ansatz läuft die Datenerfassung nicht im Browser, sondern auf deinem Server. Tracking-Daten werden über deinen Server an Analyse-Tools weitergeleitet.

Vorteile:

  • Nicht durch Browser-Einstellungen oder Adblocker blockierbar
  • Bessere Datenqualität und -genauigkeit
  • Mehr Kontrolle über die Daten
  • DSGVO-freundlicher, da weniger Drittanbieter involviert sind

Nachteile:

  • Komplexere technische Implementierung
  • Höhere Server-Last
  • Erfordert technisches Know-how

Typische Anwendungsfälle:

  • Google Tag Manager Server-Side Container
  • Facebook Conversion API
  • Matomo Server-Side Tracking

Browser Fingerprinting

Eine cookielose Tracking-Methode, die Nutzer anhand ihrer einzigartigen Browser-Konfiguration identifiziert.

Erfasste Parameter:

  • Browser-Version und -Typ
  • Betriebssystem
  • Bildschirmauflösung
  • Installierte Schriftarten
  • Zeitzone und Spracheinstellungen
  • Canvas-Fingerprinting (Browser-Rendering-Eigenschaften)

Rechtliche Einordnung: In Deutschland und der EU ist Fingerprinting ohne explizite Einwilligung rechtlich höchst problematisch und wird von Datenschutzbehörden kritisch gesehen, da es eine Form des „Tracking ohne Einwilligung“ darstellt.

Session-basiertes Tracking

Eine datenschutzfreundliche Methode, die nur temporäre Sitzungsdaten erfasst, ohne Nutzer über mehrere Besuche hinweg zu verfolgen.

Eigenschaften:

  • Daten werden nur für die aktuelle Sitzung gespeichert
  • Nach Schließen des Browsers werden Daten gelöscht
  • Keine langfristige Nutzererkennung möglich
  • Ausreichend für grundlegende Statistiken

Die wichtigsten Tracking-Tools im Vergleich

Google Analytics 4 (GA4)

Das meistgenutzte Web-Analytics-Tool weltweit. GA4 ist die neueste Version und unterscheidet sich grundlegend von Universal Analytics.

Stärken:

  • Kostenlos für die meisten Anwendungsfälle
  • Umfangreiche Analysemöglichkeiten
  • Integration mit Google Ads, Search Console etc.
  • Predictive Analytics durch Machine Learning

Datenschutz-Herausforderungen:

  • Datenverarbeitung in den USA
  • Komplexe DSGVO-konforme Einrichtung erforderlich
  • Consent Management zwingend notwendig
  • Einige Datenschutzbehörden sehen GA4 kritisch

Best Practice für DSGVO-Konformität:

  • IP-Anonymisierung aktivieren
  • Datenverarbeitungsvertrag mit Google abschließen
  • Datenspeicherung auf minimal notwendige Zeit begrenzen
  • Opt-In über Cookie-Banner implementieren
  • Google Signals deaktivieren

Matomo (ehemals Piwik)

Die führende Open-Source-Alternative zu Google Analytics mit Fokus auf Datenschutz.

Stärken:

  • Selbst-Hosting möglich (volle Datenkontrolle)
  • DSGVO-konform einsetzbar
  • Keine Datenweitergabe an Dritte
  • Cookie-freier Betrieb möglich

Zu beachten:

  • Selbst-gehostete Version erfordert technische Wartung
  • Cloud-Version ist kostenpflichtig
  • Kleinerer Funktionsumfang als GA4
  • Community-Support bei kostenloser Version

Kosten:

  • Selbst-gehostet: Kostenlos (außer Hosting-Kosten)
  • Cloud-Version: Ab 19 €/Monat

Plausible Analytics

Minimalistisches, datenschutzfreundliches Tracking-Tool aus Estland.

Stärken:

  • Extrem einfache Benutzeroberfläche
  • Cookie-frei
  • Kein Consent-Banner nötig (bei korrekter Konfiguration)
  • Leichtgewichtiges Script (< 1 KB)

Einschränkungen:

  • Keine User-Journey-Analysen
  • Begrenzte Integrationsmöglichkeiten
  • Nur Cloud-Hosting (keine Self-Hosting-Option mehr)

Kosten: Ab 9 €/Monat

Weitere Tools im Überblick

Fathom Analytics: Ähnlich wie Plausible, US-basiert, ab 14 $/Monat

Simple Analytics: Niederländischer Anbieter, DSGVO-konform, ab 19 €/Monat

GoSquared: Echtzeit-Analytics mit CRM-Funktionen, ab 9 £/Monat

Adobe Analytics: Enterprise-Lösung für große Unternehmen, individuelle Preisgestaltung

Tracking und DSGVO: Rechtliche Grundlagen

Seit Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 und der ePrivacy-Richtlinie gelten strenge Regeln für Tracking.

Die wichtigsten Grundsätze

1. Einwilligung ist erforderlich

Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (Planet49-Urteil, 2019) gilt: Tracking-Cookies und ähnliche Technologien dürfen nur mit aktiver Einwilligung des Nutzers gesetzt werden.

Was das bedeutet:

  • Kein automatisches Setzen von Tracking-Cookies beim Seitenaufruf
  • Opt-In statt Opt-Out
  • Vorausgewählte Checkboxen sind unzulässig
  • Ablehnen muss genauso einfach sein wie Zustimmen

2. Transparenz und Information

Nutzer müssen vor der Einwilligung klar und verständlich informiert werden:

  • Welche Daten werden erfasst?
  • Zu welchem Zweck?
  • An wen werden Daten weitergegeben?
  • Wie lange werden Daten gespeichert?
  • Welche Rechte hat der Nutzer?

3. Technische Umsetzung

  • Cookie-Banner muss vor dem Laden von Tracking-Scripts erscheinen
  • Tracking-Scripts dürfen erst nach Einwilligung geladen werden
  • Einwilligung muss widerrufbar sein
  • Dokumentation der Einwilligungen erforderlich

Cookie-Banner richtig einrichten

Ein DSGVO-konformer Cookie-Banner muss bestimmte Anforderungen erfüllen:

Unverzichtbare Elemente:

  • Klare Überschrift und Zweckbeschreibung
  • Auflistung aller Kategorien (erforderlich, funktional, statistisch, marketing)
  • Einzelne An-/Abwahl pro Kategorie
  • „Alle akzeptieren“ und „Alle ablehnen“ Buttons auf gleicher Ebene
  • Link zur ausführlichen Datenschutzerklärung
  • Impressum und weitere Pflichtangaben

Empfohlene Cookie-Banner-Lösungen für WordPress:

  • Real Cookie Banner (DSGVO-konform, deutsches Unternehmen)
  • Borlabs Cookie (Marktführer in Deutschland)
  • CookieYes (internationale Lösung)
  • Complianz (kostenlose Basisversion verfügbar)

Datenschutzerklärung anpassen

Deine Datenschutzerklärung muss alle eingesetzten Tracking-Tools detailliert auflisten:

  • Name und Anbieter des Tools
  • Zweck der Datenverarbeitung
  • Art der erfassten Daten
  • Rechtsgrundlage (i.d.R. Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO = Einwilligung)
  • Speicherdauer
  • Empfänger der Daten
  • Übermittlung in Drittländer (falls zutreffend)

Generator-Tools für Datenschutzerklärungen:

  • eRecht24 (kostenpflichtig, aber sehr umfangreich)
  • Datenschutz-Generator von RA Dr. Schwenke (kostenlos für kleine Sites)
  • Generator der activeMind AG (kostenlos)

Tracking ohne Cookies: Datenschutzfreundliche Alternativen

Die Zukunft gehört cookielosen Tracking-Methoden, die Datenschutz und Analysefähigkeit vereinen.

Server-Side Tracking

Statt Tracking-Daten direkt vom Browser zu externen Diensten zu senden, läuft die Kommunikation über deinen eigenen Server.

Vorteile:

  • Höhere Datenqualität (weniger Blockierung durch Adblocker)
  • Bessere Performance deiner Website
  • Mehr Datenschutz-Kontrolle
  • Längere Cookie-Laufzeiten möglich

Implementierung mit Google Tag Manager:

  1. Server-Container in Google Tag Manager erstellen
  2. Server (z.B. bei Google Cloud, AWS oder Strato) einrichten
  3. Client-Side-Tags auf Server-Side umstellen
  4. Datenschutzerklärung anpassen

Privacy-First Analytics

Tools wie Plausible, Fathom oder Simple Analytics setzen auf minimale Datenerfassung:

  • Keine personenbezogenen Daten
  • Keine Cross-Site-Tracking
  • Keine Cookies (oder nur technisch notwendige)
  • Aggregierte statt individueller Daten

Wann reicht Privacy-First Analytics?

  • Für Content-Websites und Blogs
  • Wenn grundlegende Besucherstatistiken ausreichen
  • Wenn Datenschutz höchste Priorität hat
  • Für den deutschen/europäischen Markt

Wann brauchst du GA4 oder Adobe Analytics?

  • Für E-Commerce mit detaillierter Conversion-Analyse
  • Wenn du User Journeys über mehrere Touchpoints tracken musst
  • Bei komplexen Marketing-Funnels
  • Für große Websites mit vielen Nutzersegmenten

Log-Datei-Analyse

Eine oft übersehene, aber DSGVO-konforme Methode: Die Auswertung deiner Server-Log-Dateien.

Was wird erfasst:

  • IP-Adressen (müssen anonymisiert werden)
  • Zugriffszeitpunkte
  • Aufgerufene URLs
  • Referrer (woher kam der Besucher)
  • User-Agent (Browser/Gerät)
  • Status-Codes (erfolgreiche/fehlerhafte Anfragen)

Tools für Log-Datei-Analyse:

  • Matomo Log Analytics: Importiert Log-Dateien in Matomo
  • AWStats: Open-Source-Tool für Server-Logs
  • GoAccess: Echtzeit-Web-Log-Analyzer
  • Webalizer: Klassisches Log-Analyse-Tool

Vorteile:

  • Kein zusätzlicher Code auf der Website nötig
  • Erfasst auch Bot-Zugriffe
  • Keine Beeinflussung durch Adblocker
  • DSGVO-konform bei IP-Anonymisierung

Tracking-Implementierung: Schritt für Schritt

So richtest du Website-Tracking datenschutzkonform ein:

Phase 1: Strategie & Planung

Tracking-Konzept erstellen:

  1. Welche Ziele verfolgst du? (Traffic-Analyse, Conversion-Optimierung, Marketing-Attribution)
  2. Welche Metriken sind relevant? (Seitenaufrufe, Conversion Rate, Absprungrate)
  3. Welches Budget steht zur Verfügung?
  4. Welche Datenschutz-Priorität hast du?

Tool-Auswahl:

  • Für Start-ups/kleine Unternehmen: Plausible oder Matomo (selbst gehostet)
  • Für mittlere Unternehmen: GA4 mit Cookie-Consent
  • Für E-Commerce: GA4 + Server-Side Tracking
  • Für Konzerne: Adobe Analytics oder Matomo Cloud

Phase 2: Technische Einrichtung

Bei Google Analytics 4:

  1. GA4-Property erstellen
  2. Datenstream einrichten
  3. IP-Anonymisierung aktivieren (ist in GA4 Standard)
  4. Google Signals deaktivieren
  5. Datenlöschfristen auf Minimum setzen (2 Monate statt 14 Monate)
  6. Datenverarbeitungsvertrag mit Google abschließen

Bei Matomo (Self-Hosted):

  1. Matomo auf eigenem Server installieren
  2. Website einrichten und Tracking-Code generieren
  3. IP-Anonymisierung aktivieren
  4. Cookie-Laufzeit anpassen
  5. Opt-Out-Mechanismus einbauen
  6. Regular Updates sicherstellen

Phase 3: Datenschutz-Compliance

Cookie-Banner implementieren:

  1. Cookie-Banner-Plugin installieren (z.B. Real Cookie Banner)
  2. Tracking-Scripts mit dem Banner verknüpfen
  3. Kategorien korrekt zuordnen (Statistik vs. Marketing)
  4. Opt-Out-Option für jede Kategorie anbieten
  5. Speicherung der Einwilligungen sicherstellen

Datenschutzerklärung erweitern:

  1. Verwendete Tracking-Tools auflisten
  2. Zweck der Datenverarbeitung beschreiben
  3. Rechtsgrundlage benennen
  4. Speicherdauer angeben
  5. Widerrufsrecht erläutern

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV):

  • Bei allen externen Tools notwendig
  • Meist als Standardvertrag vom Anbieter verfügbar
  • Muss unterschrieben und archiviert werden
  • Regelt Verantwortlichkeiten bei der Datenverarbeitung

Phase 4: Testing & Qualitätssicherung

Funktionalität prüfen:

  • Werden Tracking-Scripts nur nach Zustimmung geladen?
  • Funktioniert die Ablehnung korrekt?
  • Werden Daten korrekt erfasst?
  • Ist die IP-Anonymisierung aktiv?

Browser-Test:

  • Chrome, Firefox, Safari, Edge testen
  • Mobile Ansicht überprüfen
  • Inkognito-Modus testen
  • Cookie-Blockierung testen

Tools zur Überprüfung:

  • Google Tag Assistant: Prüft GTM-/GA-Implementierung
  • Facebook Pixel Helper: Für Facebook-Tracking
  • Browser-DevTools: Network-Tab zeigt alle Requests
  • CookieMetrix oder Cookie Scanner: Scannt alle Cookies

Häufige Tracking-Fehler und wie du sie vermeidest

Fehler 1: Tracking ohne Einwilligung

Problem: Scripts werden geladen, bevor der Nutzer zugestimmt hat.

Lösung:

  • Cookie-Banner muss synchron (blockierend) geladen werden
  • Tracking-Scripts erst nach Zustimmung initialisieren
  • Tag Manager mit Consent-Mode verwenden

Fehler 2: Fehlende IP-Anonymisierung

Problem: Vollständige IP-Adressen werden gespeichert (personenbezogene Daten).

Lösung:

  • Bei GA4 standardmäßig aktiv (prüfen ob nicht deaktiviert)
  • Bei Matomo unter Einstellungen → Datenschutz aktivieren
  • Bei eigenen Tools: Letzte IP-Oktetten entfernen

Fehler 3: Zu lange Speicherdauer

Problem: Daten werden länger gespeichert als notwendig.

Lösung:

  • GA4: Auf 2 Monate reduzieren (statt 14 Monate)
  • Matomo: Alte Daten regelmäßig löschen
  • Cookie-Laufzeiten begrenzen (maximal 6 Monate)

Fehler 4: Fehlender Datenverarbeitungsvertrag

Problem: Kein AVV mit Tracking-Anbieter abgeschlossen.

Lösung:

  • Google Analytics: In Admin-Bereich unter „Konto“ → „Datenverarbeitungsbedingungen“ akzeptieren
  • Andere Tools: Vertrag vom Anbieter anfordern und archivieren

Fehler 5: Cross-Domain-Tracking ohne Einwilligung

Problem: Nutzer werden über mehrere Domains hinweg verfolgt.

Lösung:

  • Cross-Domain-Tracking nur bei expliziter Zustimmung
  • In Datenschutzerklärung dokumentieren
  • Technisch sauber implementieren (GA4 erfordert spezielle Konfiguration)

Tracking-KPIs: Diese Metriken solltest du kennen

Traffic-Metriken

Seitenaufrufe (Page Views)

  • Anzahl der geladenen Seiten
  • Wichtig für Content-Performance
  • Nicht identisch mit Besuchern (ein Besucher = mehrere Page Views)

Eindeutige Besucher (Unique Visitors)

  • Anzahl der individuellen Nutzer in einem Zeitraum
  • Basiert auf Cookie oder User-ID
  • Wichtiger als reine Seitenaufrufe

Sitzungen (Sessions)

  • Zusammenhängende Interaktionen eines Nutzers
  • Standard-Timeout: 30 Minuten Inaktivität
  • Ein Nutzer kann mehrere Sitzungen haben

Engagement-Metriken

Verweildauer (Average Session Duration)

  • Wie lange bleiben Nutzer auf deiner Site?
  • Zeigt Content-Qualität und Nutzerinteresse
  • Wichtig: Unterscheide zwischen durchschnittlich und median

Absprungrate (Bounce Rate)

  • Prozentsatz der Besucher, die nur eine Seite ansehen
  • Hohe Absprungrate kann problematisch sein (aber nicht immer!)
  • Kontext wichtig: Bei Blog-Artikeln oft normal

Seiten pro Sitzung

  • Wie viele Seiten schaut sich ein Nutzer an?
  • Indikator für Navigation und Content-Vernetzung
  • Höher = bessere Nutzerführung (meist)

Conversion-Metriken

Conversion Rate

  • Prozentsatz der Besucher, die eine Zielaktion ausführen
  • Z.B. Kauf, Anmeldung, Download
  • Benchmark: E-Commerce 1-3%, Lead-Generierung 2-5%

Zielerreichungen (Goals)

  • Definierte Aktionen, die du tracken willst
  • Beispiele: Kontaktformular, Newsletter-Anmeldung
  • In GA4 als „Events“ konfiguriert

Akquise-Metriken

Traffic-Quellen

  • Woher kommen deine Besucher?
  • Organische Suche, Social Media, direkt, Referral
  • Zeigt Erfolg deiner Marketing-Kanäle

Kampagnen-Performance

  • UTM-Parameter für detailliertes Kampagnen-Tracking
  • ROI verschiedener Marketing-Maßnahmen vergleichen
  • A/B-Testing von Kampagnen-Varianten

Zukunft des Trackings: Trends und Entwicklungen

Privacy-First wird Standard

Browser-Hersteller setzen verstärkt auf Datenschutz:

  • Chrome-Aus für Third-Party-Cookies (Ende 2025)
  • Safari Intelligent Tracking Prevention (ITP)
  • Firefox Enhanced Tracking Protection
  • Privacy Sandbox von Google als Kompromisslösung

Was das für dich bedeutet:

  • Umstieg auf First-Party-Data
  • Server-Side Tracking wird wichtiger
  • Contextual Advertising statt Behavioral Targeting

AI-basierte Analysen

Machine Learning macht Tracking intelligenter:

  • Predictive Analytics: Vorhersage von Nutzerverhalten
  • Automatische Anomalie-Erkennung
  • Intelligente Segmentierung
  • Personalisierung ohne Third-Party-Cookies

Consent Management Platforms (CMPs) werden Pflicht

Professionelle Consent-Management-Lösungen werden Standard:

  • Zentrale Verwaltung aller Zustimmungen
  • Compliance mit weltweiten Datenschutzgesetzen
  • Integration mit allen Marketing-Tools
  • Audit-Trails für Nachweispflichten

Führende CMP-Anbieter:

  • OneTrust (Enterprise)
  • Usercentrics (Mittelstand)
  • Cookiebot (KMU)
  • Real Cookie Banner (WordPress)

Checkliste: DSGVO-konformes Tracking

Vor der Implementierung:

  • Tracking-Konzept erstellt und dokumentiert
  • Datenschutzfreundliches Tool ausgewählt
  • Rechtsgrundlage geprüft (i.d.R. Einwilligung)
  • Cookie-Banner-Lösung ausgewählt

Technische Umsetzung:

  • Tracking-Code korrekt implementiert
  • Scripts laden erst nach Zustimmung
  • IP-Anonymisierung aktiviert
  • Datenminimierung umgesetzt (nur notwendige Daten)
  • Datenlöschfristen konfiguriert

Rechtliche Absicherung:

  • Datenschutzerklärung erweitert
  • Impressum aktualisiert
  • AVV mit Tool-Anbietern abgeschlossen
  • Cookie-Banner DSGVO-konform gestaltet
  • Opt-Out-Möglichkeit eingebaut

Testing & Monitoring:

  • Funktionalität in allen Browsern getestet
  • Cookie-Scan durchgeführt
  • Datenfluss geprüft (keine ungewollten Weiterleitungen)
  • Regelmäßige Compliance-Checks eingeplant

Dokumentation:

  • Verarbeitungsverzeichnis aktualisiert
  • Einwilligungsnachweise archiviert
  • Verträge abgelegt
  • Team geschult

Fazit: Tracking mit Verantwortung

Tracking ist ein unverzichtbares Werkzeug für erfolgreiches Online-Marketing – aber nur, wenn es verantwortungsvoll eingesetzt wird. Die Zeiten von unkontrollierter Datensammlung sind vorbei. Heute geht es darum, die richtige Balance zu finden zwischen:

Datengetriebenen Entscheidungen – Du brauchst verlässliche Daten, um deine Website und dein Marketing zu optimieren.

Datenschutz – Nutzer haben ein Recht auf Privatsphäre und Transparenz. Respektiere das.

Performance – Tracking-Scripts sollten deine Website nicht verlangsamen.

Rechtssicherheit – Halte dich an DSGVO, ePrivacy und lokale Gesetze.

Die gute Nachricht: Es gibt heute mehr datenschutzfreundliche Tracking-Lösungen als je zuvor. Du musst nicht zwischen Analytics und Privacy wählen – moderne Tools wie Matomo, Plausible oder Server-Side-GA4 vereinen beides.

Starte mit diesen drei Schritten:

  1. Analysiere deinen Ist-Zustand: Welche Tracking-Tools nutzt du aktuell? Sind sie DSGVO-konform eingerichtet?
  2. Definiere deine Anforderungen: Was musst du wirklich tracken? Oft reichen grundlegende Metriken aus.
  3. Implementiere schrittweise: Beginne mit den wichtigsten Tools und einem soliden Consent-Management. Baue dann systematisch aus.

Tracking ist kein „Nice-to-have“, sondern ein Muss für jede professionelle Website. Mit dem richtigen Setup schaffst du die Grundlage für datengetriebenes Wachstum – und gewinnst gleichzeitig das Vertrauen deiner Nutzer.

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Autor: Tim Ehling
Der Autor: Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

Schwerpunkte:
✔ Webentwicklung ✔ WordPress-Updateservice
✔ WordPress-Schulungen ✔ Social-Media-Checkups
✔ Suchmaschinenoptimierung (SEO) ✔ KI ✔ Generative Engine Optimization (GEO)

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