WordPress-Update bleibt hängen: Ursachen und Lösungen

1. September 2024 Tim Ehling

Kurz gesagt: Bleibt WordPress nach einem Update mit „Wegen Wartungsarbeiten ist diese Website kurzzeitig nicht verfügbar“ stehen, löschst du per FTP oder Dateimanager die Datei .maintenance im Hauptverzeichnis deiner Installation. Danach lädt die Seite wieder. Meldet WordPress „Momentan wird eine andere Aktualisierung durchgeführt“, wartest du 15 Minuten oder löschst die Update-Sperre core_updater.lock in der Datenbank. Bricht das Update immer wieder ab, spielst du WordPress manuell ein und suchst die Ursache mit dem Fehlerprotokoll.

Du hast auf „Jetzt aktualisieren“ geklickt, der Fortschritt bleibt stehen, und statt deiner Website sehen Besucher nur noch den Hinweis auf Wartungsarbeiten. Oder das Update meldet einen Fehler und WordPress lässt sich nicht mehr aktualisieren. Beides sieht schlimmer aus, als es meist ist: Inhalte gehen dabei in der Regel nicht verloren, und die Lösung dauert oft nur ein paar Minuten.

Wenn über deine Website Bestellungen oder Anfragen laufen und du nicht selbst auf den Server willst, hilft dir unsere WordPress-Hilfe per Fernwartung.

Warum WordPress im Wartungsmodus hängen bleibt

Vor jedem Update legt WordPress im Hauptverzeichnis die Datei .maintenance an. Solange sie da ist, sehen Besucher statt der Website diese Meldung:

WordPress-Meldung: Wegen Wartungsarbeiten ist diese Website kurzzeitig nicht verfügbar. Schau in einer Minute nochmal vorbei.

Nach einem erfolgreichen Update löscht WordPress die Datei wieder. Bricht das Update ab, bleibt sie liegen. Typische Gründe:

  • Der Browser-Tab wurde während des Updates geschlossen oder die Verbindung ist abgerissen.
  • Der Server hat das Update wegen Zeit- oder Speicherlimit abgebrochen.
  • Mehrere Plugins wurden auf einmal aktualisiert und eines davon ist hängen geblieben.
  • WordPress darf im Verzeichnis keine Dateien schreiben oder löschen, weil die Dateirechte nicht stimmen.

Die .maintenance enthält einen Zeitstempel. Ist er älter als zehn Minuten, betrachtet WordPress die Wartung als beendet und zeigt die Website wieder an (WordPress-Entwicklerdoku). Du musst also nicht ewig warten. Steht die Meldung nach zehn Minuten immer noch da, liefert vermutlich ein Cache die alte Wartungsseite aus, oder ein Wartungs-Plugin ist aktiv. Dann leerst du den Cache deines Caching-Plugins bzw. beim Hoster und prüfst die Plugin-Liste.

Wartungsmodus beenden: Schritt für Schritt

  • Schritt 1: Verbindung herstellen. Melde dich per FTP (zum Beispiel mit FileZilla) oder über den Dateimanager im Kundenmenü deines Hosters an.
  • Schritt 2: Hauptverzeichnis öffnen. Das ist der Ordner, in dem auch wp-config.php, wp-admin und wp-content liegen.
  • Schritt 3: Versteckte Dateien anzeigen. Dateien, die mit einem Punkt beginnen, blendet manches Programm aus. In FileZilla findest du die Einstellung dafür im Menü „Server“.
  • Schritt 4: .maintenance löschen. Lösch nur diese eine Datei, nichts anderes.
  • Schritt 5: Website neu laden. Die Seite sollte sofort wieder erscheinen. Melde dich danach im Backend an und schau unter „Dashboard“, „Aktualisierungen“ nach, ob das Update vollständig durchgelaufen ist. Fehlt noch etwas, startest du es einzeln neu.
FTP-Ansicht des WordPress-Hauptverzeichnisses mit markierter Datei .maintenance

Die WordPress-Doku beschreibt genau diesen Weg (WordPress-Doku, häufige Fehler). Hast du SSH-Zugang, reicht ein Befehl im Hauptverzeichnis:

rm .maintenance

„Momentan wird eine andere Aktualisierung durchgeführt“

Diese Meldung (englisch „Another update is currently in progress“) bedeutet: WordPress hat für das Update des WordPress-Kerns eine Sperre in der Datenbank gesetzt und sie nach dem Abbruch nicht wieder aufgehoben. Die Sperre läuft nach 15 Minuten von selbst ab (WordPress-Entwicklerdoku, Core_Upgrader). Warte also zuerst eine Viertelstunde und versuch es dann erneut.

Klappt es danach immer noch nicht, löschst du die Sperre von Hand. In phpMyAdmin öffnest du die Tabelle wp_options (das Präfix wp_ kann bei dir anders heißen) und löschst die Zeile mit dem option_name core_updater.lock. Mit WP-CLI geht das so (WP-CLI-Doku):

wp option delete core_updater.lock

Lösch die Sperre nur, wenn sicher kein Update mehr läuft, sonst überschreiben sich zwei Vorgänge gegenseitig.

Update fehlgeschlagen: Ursache finden

Bricht das Update immer wieder ab oder ist die Seite danach kaputt, zeigt das Fehlerprotokoll die Ursache. Öffne die wp-config.php im Hauptverzeichnis und setze diese Zeilen vor die Zeile „That’s all, stop editing“ (WordPress-Doku, Debugging):

define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );

Starte das Update erneut und lade dann die Datei wp-content/debug.log herunter. Die letzte Zeile mit „Fatal error“ nennt Datei und Zeile. Meldungen mit „Deprecated“ oder „Notice“ sind meist harmlos und nicht der Grund für den Abbruch. Danach setzt du die beiden ersten Werte wieder auf false und löschst die debug.log, denn sie liegt in einem öffentlich erreichbaren Ordner.

Häufige Ursachen und was du tust:

Ursache

Erkennbar an

Lösung

zu wenig PHP-Speicher

„Allowed memory size exhausted“ im Protokoll

in der wp-config.php define( ‘WP_MEMORY_LIMIT’, ‘256M’ ); setzen, wenn der Hoster es zulässt

Zeitlimit des Servers

Update bleibt beim Entpacken oder Installieren stehen

Plugins einzeln statt alle auf einmal aktualisieren, sonst manuell

fehlende Schreibrechte

Meldung, dass ein Verzeichnis nicht erstellt oder eine Datei nicht kopiert werden konnte

Rechte prüfen: Ordner meist 755, Dateien 644 (WordPress-Doku, Dateirechte)

Plugin oder Theme passt nicht zur neuen Version

Seite nach dem Update kaputt, kritischer Fehler

Plugin deaktivieren, siehe kritischen Fehler beheben

zu alte PHP-Version

neue WordPress-Version lässt sich nicht installieren

PHP beim Hoster anheben, WordPress empfiehlt 8.3 oder neuer (Anforderungen)

Zeigt die Website nach dem Update „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website“, ist das ein anderes Problem als der hängende Wartungsmodus. Wie du es löst, steht in unserer Anleitung kritischen Fehler in WordPress beheben.

WordPress manuell aktualisieren

Scheitert das automatische Update immer wieder, spielst du die neue Version von Hand ein. Die Schritte folgen der offiziellen Anleitung (WordPress-Doku, Upgrade):

  • Schritt 1: Sichern. Datenbank und alle Dateien sichern, auch die .htaccess, und prüfen, ob das Backup vollständig ist.
  • Schritt 2: Plugins deaktivieren. Im Backend unter „Plugins“ alle auswählen und deaktivieren.
  • Schritt 3: Neue Version laden. Das ZIP-Archiv von wordpress.org herunterladen und auf deinem Rechner entpacken.
  • Schritt 4: Alte Dateien entfernen. Auf dem Server die Ordner wp-admin und wp-includes löschen. Nicht löschen: wp-config.php, den Ordner wp-content, eine angepasste .htaccess und eine eigene robots.txt.
  • Schritt 5: Neue Dateien hochladen. Alle Dateien aus dem entpackten Ordner hochladen und vorhandene überschreiben, nur den Ordner wp-content lässt du weg.
  • Schritt 6: Datenbank aktualisieren. deine-domain.de/wp-admin/upgrade.php aufrufen und den Anweisungen folgen.
  • Schritt 7: Plugins einzeln einschalten. Nach jedem Plugin die Website kurz prüfen, damit du einen Konflikt sofort bemerkst.

Mit WP-CLI erledigt das ein Befehl, der die Sperre und den Download selbst übernimmt:

wp core update

Ein einzelnes Plugin aktualisierst du manuell, indem du die neue Version von wordpress.org oder vom Hersteller herunterlädst, entpackst und den gleichnamigen Ordner unter wp-content/plugins ersetzt.

Update rückgängig machen

Hat ein Plugin- oder Theme-Update etwas kaputt gemacht, kannst du zur Vorversion zurück. Für Plugins und Themes aus dem WordPress-Verzeichnis geht das mit dem Plugin WP Rollback, das die gewünschte ältere Version auswählt und einspielt. Bezahlte Plugins außerhalb des Verzeichnisses deckt die kostenlose Fassung nicht ab, dort lädst du die ältere Version beim Hersteller und ersetzt den Ordner per FTP.

Für den WordPress-Kern rät die offizielle Doku von einem Zurückgehen ab, weil neue Versionen Sicherheitslücken schließen und sich die Datenbank zwischen Versionen ändern kann. Wer es trotzdem braucht, spielt die Sicherung von Dateien und Datenbank aus der Zeit vor dem Update zurück. Ohne diese Sicherung ist ein Zurück kaum möglich (WordPress-Doku, Upgrade).

Automatische Updates: Fluch oder Schutz?

WordPress installiert kleine Sicherheitsversionen des Kerns selbst. Neue Installationen aktualisieren seit WordPress 5.6 auch große Versionen automatisch, ältere Installationen nur, wenn das jemand eingeschaltet hat (WordPress-Doku, Upgrade). Für Plugins und Themes kannst du automatische Updates seit Version 5.5 einzeln einschalten. Schlägt ein automatisches Update fehl, schickt WordPress eine Mail an die Administrator-Adresse (WordPress-Doku, automatische Updates).

Automatische Updates schließen Sicherheitslücken schnell, prüfen aber nicht, ob deine Seite danach noch läuft. Für eine kleine Website ist das ein guter Kompromiss. Bei Shops und Buchungssystemen gehört ein Backup davor und ein Kontrollblick danach. Wann sich automatisch und wann manuell lohnt, steht in unseren Tipps für WordPress-Updates.

Wartungsmodus absichtlich einschalten

Wer nach „WordPress Wartungsarbeiten“ sucht, will manchmal das Gegenteil: eine Seite mit dem Hinweis, dass die Website gerade überarbeitet wird. Die .maintenance-Datei eignet sich dafür nicht, weil WordPress sie nach zehn Minuten ignoriert. Für geplante Arbeiten nimmst du ein Wartungs-Plugin, das eine eigene Hinweisseite zeigt, während du angemeldet weiterarbeiten kannst. Schalte es danach wieder ab, sonst bleibt die Hinweisseite für Besucher und Suchmaschinen stehen.

Update-Probleme vermeiden

Die meisten hängenden Updates lassen sich mit ein paar Gewohnheiten verhindern:

  • Vor jedem Update Dateien und Datenbank sichern, extern abgelegt.
  • Plugins einzeln aktualisieren statt alle auf einmal, vor allem auf günstigen Hosting-Tarifen mit knappen Limits.
  • Den Browser-Tab offen lassen, bis WordPress das Ende des Updates meldet.
  • Große Versionssprünge und Shop-Plugins erst auf einer Kopie der Website (Staging) testen.

Diese Routine kostet jede Woche etwas Zeit. Unsere WordPress-Wartung übernimmt sie ab 69 € im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer: wöchentlich nach neuen Versionen sehen, kritische Updates vorher testen und täglich extern sichern. Was zur Wartung gehört, steht in WordPress-Wartung: warum sie überlebenswichtig ist.

Steckst du gerade mitten im Problem? Dann meldet sich unsere WordPress-Hilfe werktags innerhalb von zwei Stunden mit einer kostenlosen ersten Einschätzung. Abgerechnet wird im 15-Minuten-Takt zu 110 € netto je Stunde. Ein guter Helfer sichert vor jedem Eingriff, erklärt dir die Ursache und sagt vorher, was es kostet.

Häufige Fragen zu WordPress-Update-Problemen

Warum hängt WordPress im Wartungsmodus?

Weil ein Update abgebrochen ist und die Datei .maintenance im Hauptverzeichnis liegen geblieben ist. Solange sie jünger als zehn Minuten ist, zeigt WordPress Besuchern den Hinweis auf Wartungsarbeiten. Lösch die Datei per FTP oder Dateimanager, dann ist die Seite sofort wieder da.

Wie beende ich den Wartungsmodus in WordPress?

Verbinde dich per FTP oder über den Dateimanager deines Hosters, öffne das Hauptverzeichnis mit wp-config.php und lösch die Datei .maintenance. Damit du sie siehst, musst du versteckte Dateien einblenden. Bleibt die Meldung danach stehen, leer den Cache deines Caching-Plugins und beim Hoster.

Wie behebe ich „Another update is currently in progress“?

Warte 15 Minuten, denn so lange gilt die Update-Sperre für den WordPress-Kern. Hilft das nicht, löschst du in phpMyAdmin in der Tabelle wp_options die Zeile core_updater.lock oder führst per WP-CLI wp option delete core_updater.lock aus. Vorher sicherstellen, dass wirklich kein Update mehr läuft.

Was tun, wenn das WordPress-Update beim Entpacken hängt?

Meist hat der Server das Update wegen eines Zeit- oder Speicherlimits abgebrochen. Lösch zuerst die .maintenance, damit die Seite wieder erreichbar ist. Danach versuchst du das Update erneut oder spielst WordPress manuell ein, indem du wp-admin und wp-includes ersetzt und upgrade.php aufrufst.

Wie aktualisiere ich WordPress manuell?

Sichere Dateien und Datenbank, deaktiviere die Plugins und lade die aktuelle Version von wordpress.org. Ersetze auf dem Server wp-admin und wp-includes und überschreibe die übrigen Dateien, ohne wp-content und wp-config.php anzufassen. Ruf dann deine-domain.de/wp-admin/upgrade.php auf und schalte die Plugins einzeln wieder ein.

Kann ich ein WordPress-Update rückgängig machen?

Für Plugins und Themes aus dem WordPress-Verzeichnis geht das mit dem Plugin WP Rollback, bei bezahlten Plugins lädst du die Vorversion beim Hersteller. Den WordPress-Kern setzt du nur über ein Backup aus der Zeit vor dem Update zurück. Ohne Sicherung ist ein Zurück kaum möglich.

Sollte ich automatische Updates in WordPress einschalten?

Für kleine Websites mit wenigen Plugins sind automatische Updates besser als liegengebliebene. Die Updates prüfen aber nicht, ob danach alles funktioniert. Bei Shops, Buchungen oder vielen Plugins solltest du Updates kontrolliert einspielen, mit Backup davor und einem Blick auf Formulare und Kasse danach.

Der Autor: Tim Ehling

Über den Autor

Tim Ehling

Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.

Diskussion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert