Google Analytics
Google Analytics ist ein Webanalyse-Dienst von Google, der auswertet, wie Besucher auf eine Website kommen und was sie dort tun. Die aktuelle Fassung heißt Google Analytics 4, kurz GA4, und ordnet die Messung um Ereignisse herum an. Für Betriebe in Deutschland hängt am Einsatz immer auch eine Datenschutzfrage.
Kurz zusammengefasst:
- Universal Analytics ist abgeschaltet, GA4 ist die aktuelle Fassung.
- Gemessen werden Ereignisse, wichtige davon heißen Schlüsselereignisse.
- Der Standard-Tag setzt Cookies, damit stellt sich die Einwilligungsfrage.
- Ohne Einwilligung fehlen Besuche in den Berichten, Modellierung greift erst ab Mindestmengen.
- Die Aufbewahrung für Detailauswertungen ist auf 2 oder 14 Monate begrenzt.
Was GA4 misst
GA4 erfasst jede Aktion als Ereignis, also einen Seitenaufruf ebenso wie einen Klick oder einen Download. Ereignisse, die für dein Geschäft zählen, markierst du als Schlüsselereignis, etwa ein abgeschicktes Anfrageformular. Das Wort Conversion verwendet Google inzwischen für Aktionen, mit denen Anzeigen bewertet und Gebote gesteuert werden.
Dazu kommen Sitzungen und die Engagement-Rate. Daraus leitet Google auch die Absprungrate ab. Wer noch mit alten Werten vergleichen will, kommt nicht mehr weit: Standard-Properties von Universal Analytics haben ab dem 1. Juli 2023 keine neuen Daten mehr verarbeitet, und seit dem 1. Juli 2024 ist der Zugriff beendet. Für den Blick auf Suchanfragen und Rankings ist ohnehin die Google Search Console das passende Werkzeug. Sie zeigt, was vor dem Klick passiert, Analytics das danach.
Einwilligung und Datenschutz
Der GA4-Tag setzt laut Google das Cookie _ga und ein zweites mit der Kennung der Property, beide mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Solche Zugriffe auf das Endgerät erlaubt § 25 TDDDG nur mit Einwilligung, es sei denn, eine eng gefasste Ausnahme greift. Die deutschen Aufsichtsbehörden geben in ihrer Orientierungshilfe keine allgemeine Freigabe für Reichweitenmessung. Ob sie ohne Einwilligung zulässig ist, lasse sich allenfalls für eine genau definierte Konfiguration festlegen. Die Einwilligung holt in der Praxis eine Consent Management Platform ein.
Der Consent Mode ersetzt diese Prüfung nicht. Er übermittelt Google den Einwilligungsstatus. Wird die Einwilligung verweigert, setzen die Tags keine Cookies, senden aber Pings an Google. Ob das für deine Einstellung zulässig ist, gehört in deine Datenschutzprüfung, ebenso wie Auftragsverarbeitung und Datenübermittlung an den Anbieter.
Was das für deinen Betrieb bedeutet
Im Betriebsalltag brauchst du von den vielen Berichten nur wenige. Wichtig sind: Woher kommen Besucher, welche Seiten führen zu Anfragen, und wie viele Anfragen kamen im Monat? Das setzt voraus, dass dein Formular als Schlüsselereignis eingerichtet ist. Ohne diese Einrichtung siehst du zwar Besucher, aber nichts über den Nutzen deiner Website.
In der Geschäftsführung solltest du die Grenzen kennen. Die Berichte zeigen nur, was gemessen wurde, und das schließt je nach Einwilligung einen Teil der Besucher aus. Die Schätzung per Modellierung setzt laut Google unter anderem 1.000 Ereignisse ohne Einwilligung täglich über mindestens 7 Tage voraus, das erreichen viele kleine Websites nicht. Auch die Aufbewahrung will entschieden sein: Bei Standard-Properties sind für Nutzer- und Ereignisdaten 2 oder 14 Monate wählbar. Das betrifft explorative Datenanalysen und Trichterberichte, die aggregierten Standardberichte bleiben davon unberührt. Mehr bietet das kostenpflichtige Servicelevel 360. Wer Google als Anbieter vermeiden will, findet in Matomo eine selbst betreibbare Alternative.
Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Brauche ich für Google Analytics einen Cookie-Banner?
In der üblichen Einrichtung mit Cookies ja, denn das TDDDG verlangt dann eine vorherige Einwilligung. Sie muss eingeholt sein, bevor der Tag etwas speichert oder abruft. Prüfe die konkrete Einrichtung mit deiner Datenschutzberatung.
Was ist der Unterschied zur Search Console?
Die Search Console zeigt, wie du in der Google-Suche erscheinst, also Suchanfragen, Impressionen und Klicks. Google Analytics zeigt, was Besucher danach auf deiner Website tun.
Warum stimmen die Zahlen nicht mit anderen Werkzeugen überein?
Werkzeuge zählen nach eigenen Regeln und erfassen je nach Einwilligung und Blockern unterschiedliche Besuche. Abweichungen sind deshalb normal. Wichtig ist, immer im selben Werkzeug und über die Zeit zu vergleichen.
Kann ich meine alten Universal-Analytics-Daten noch abrufen?
Nein. Google hat den Zugriff auf die Properties und die API zum 1. Juli 2024 beendet und die Daten gelöscht. Hast du vorher keinen Export angelegt, sind sie nicht mehr verfügbar.
Wie lange speichert GA4 meine Daten?
Das stellst du selbst ein: In Standard-Properties 2 oder 14 Monate für Nutzer- und Ereignisdaten. Die Einstellung wirkt auf explorative Analysen und Trichterberichte, nicht auf aggregierte Standardberichte.
Siehst du in deinen Berichten die Anfragen?
Wir schauen gemeinsam drauf, was deine Messung heute erfasst und was dir für deine Entscheidungen noch fehlt.
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Über den Autor
Tim Ehling
Seit über zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Webentwicklung – und seit 2006 ganz besonders intensiv mit WordPress. Ich entwickle und optimiere Webseiten, betreue sie langfristig durch zuverlässige Wartung und biete Schulungen für alle, die WordPress sicher und effizient nutzen möchten. Außerdem unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle und SEO-Strategien so zu verbessern, dass sie bei Kunden und Suchmaschinen gleichermaßen gut ankommen.






